Rom stoppt Trierer Synodengesetz: War’s das mit der Reform?

Kostenpflichtiger Inhalt: War’s das mit der Reform auch im Saarland? : Rom stoppt Bischof von Trier: Bistum zeigt erste Reaktion

Es ist für Triers Bischof Stephan Ackermann die Hiobsbotschaft schlechthin: Der Vatikan hat die umstrittene Strukturreform auf Eis gelegt. Wie es weitergeht, ist völlig unklar.

Ist die Entscheidung aus Rom der Anfang vom Ende der Strukturreform des Bistums Trier? Nach der am späten Donnerstagabend durch volksfreund.de bekanntgewordenen Aussetzung des Synodengesetzes von Bischof Stephan Ackermann hat das Rätselraten über die Zukunft der ehrgeizigen Reform begonnen. Während Bistumskritiker bereits davon ausgehen, dass der Reformstart damit auf nicht absehbare Zeit verschoben ist, hält man sich im Generalvikariat mit Äußerungen über mögliche Konsequenzen zurück.

Bischof Ackermann werde nun die von der Kleruskongregation erbetene Stellung nehmen, heißt es in einer noch in der Nacht veröffentlichten Mitteilung des Bistums. Und weiter: Generalvikar Ulrich von Plettenberg werde zusammen mit den Verantwortlichen im Generalvikariat prüfen, welche Konsequenzen die Aussetzung des Vollzugs habe und welche Maßnahmen nötig seien.

Eine Sprecherin des Bistums sagte am Freitagmorgen weitere Statements werde es vom Bistum in dieser Sache zunächst nicht geben.

Die Kleruskongregation des Vatikans hatte am Donnerstag das Gesetz zur Synode ausgesetzt. Gegen das Gesetz über die neuen Großpfarreien hatten unter anderem die bistumskritische Initiative Kirchengemeinde vor Ort und die Priestergemeinschaft Unio Apostolica Klage in Rom eingereicht. Initiativensprecher Harald Cronauer zeigte sich gegenüber „sehr erfreut darüber, dass unsere Argumente in Rom auf fruchtbaren Boden gefallen sind“. Man hoffe nun auf eine Lösung, die alle Christen im Bistum mittragen könnten. Nach Ansicht Cronauers ist es ausgeschlossen, dass die Reform im Januar in Kraft treten kann. Dann sollten die ersten 15 Großpfarreien im Bistum Trier an den Start gehen, die 20 weiteren sollen ein Jahr später folgen.

Update 10:26 Uhr: Das Bistum Trier hat als erste Reaktion auf die Entscheidung aus Rom die geplanten Wahlen zum Rat der Pfarreien ausgesetzt. Das sagte Bischofssprecherin Judith Rupp am Freitag. Die Räte der Pfarreien sind in den geplanten XXL-Pfarreien für die Haushaltspläne zuständig, verwalten gemeinsam mit anderen das Vermögen der Kirchengemeinde und beschließen die Schwerpunkte für das kirchliche Handeln. Das Gremium besteht aus einer Pastoral- und einer Vermögenskammer und wird 30 gewählte Personen umfassen. Der Rat der Pfarrei soll die Beteiligung von Ehrenamtlichen an der Leitung der neuen Großpfarreien sicherstellen.

Update 10:19 Uhr: Der Trierer Bischof Stephan Ackermann nahm am Freitagvormittag wie geplant an der Einweihung des neuen Bildungszentrums der Handwerkskammer teil. Auf Anfrage wollte sich der 56-Jährige nicht zu der Entscheidung der Kleruskongregation äußern.

Update 13:30 Uhr: „Die Strukturreform wird von den Menschen, mit denen ich zu tun habe, nicht verstanden“, sagt Peter Leick, Deutschland-Chef der Priestergemeinschaft Unio Apostolica im Interview. Außerdem sagt er, er habe „keinen Kadavergehorsam geschworen“. Das komplette Interview finden Sie hier.

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