| 14:15 Uhr

Nach Vorfall von 2016
Prozess um BASF-Explosion beginnt am 5. Februar in Frankenthal

 Im Oktober 2016 - hier ein Archivbild - kam es zu einer Explosion bei BASF in Ludwigshafen.
Im Oktober 2016 - hier ein Archivbild - kam es zu einer Explosion bei BASF in Ludwigshafen. FOTO: dpa / Einsatzreport Südhessen
Frankenthal. Fünf Tote, Dutzende Verletzte, ein Millionenschaden: Vor gut zwei Jahren kam es beim Chemieriesen BASF zu einem schlimmen Unfall. Die juristische Aufarbeitung rückt jetzt näher. Von dpa/lrs

Der Prozess um eine Gasexplosion auf dem BASF-Gelände in Ludwigshafen mit fünf Toten beginnt am 5. Februar vor dem Landgericht Frankenthal. Geplant seien derzeit bis Ende März insgesamt 13 Verhandlungstermine, sagte ein Justizsprecher am Freitag. Bei dem Unfall am 17. Oktober 2016 oder in Folge dessen kamen vier Mitarbeiter der Werkfeuerwehr und ein Matrose eines Tankmotorschiffs ums Leben. 44 weitere Menschen wurden verletzt.


Ein Arbeiter einer von der BASF beauftragten Spezialfirma soll bei Schweißarbeiten entgegen vorheriger Anweisung eine Leitung angeschnitten haben, was die Detonation auslöste. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion vor. Der 64-Jährige könne sich an den genauen Hergang nicht erinnern und sich nicht erklären, wie es zum Unfall gekommen sei, teilte das Gericht mit. Der Angeklagte bedauere den Unfall außerordentlich.

Der Mann war bei der Explosion ebenfalls erheblich verletzt worden und ist den Angaben zufolge aufgrund psychischer Beeinträchtigungen nicht mehr arbeitsfähig. Bei dem Unfall war dem Gericht zufolge ein Schaden von zwei bis drei Millionen Euro an unmittelbaren und mindestens 500 Millionen Euro an mittelbaren Folgen entstanden - zum Beispiel Produktionsausfall. Die Anklagebehörde will 42 Zeugen vernehmen und hat 10 Sachverständige benannt.



Ermittlungen zufolge soll der Beschuldigte an einer Rohrleitung, die mit einem leicht entzündlichen Gasabfallgemisch aus Buten befüllt war, mit einem Trennschleifer einen Schnitt vorgenommen haben. In der Folge hätten sich Funken gebildet, die das Gas in der Leitung in Brand gesetzt und zur Explosion geführt hätten.