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Protestanten distanzieren sich von „Hitler-Glocke“
Protestanten distanzieren sich von „Hitler-Glocke“

Landau. epd

Im Streit um die sogenannte „Hitler-Glocke“ in Herxheim am Berg begrüßt die Evangelische Akademie in der Pfalz die Entscheidung der evangelischen Kirchengemeinde, die Glocke mit dem Hakenkreuz-Emblem und der Inschrift „Alles für’s Vaterland – Adolf Hitler“ bis auf Weiteres nicht mehr läuten zu lassen. Die Glocke in der Kirche  sei beschämend und anstößig. Auch wenn die Kommune Eigentümerin der Glocke ist, trage auch die Evangelische Kirche Verantwortung für einen angemessenen Umfang mit diesem Relikt der NS-Zeit. Das Mindeste sei eine unmissverständliche historische Kommentierung vor Ort, die neben dem verbrecherischen Charakter des NS-Regimes auch das Versagen der Kirche benenne. Es müsse ferner theologisch geklärt werden, ob die Glocke für den liturgischen Gebrauch geeignet ist. Die Akademie fordert, die Entfernung zu prüfen. Die Glocke in einem Museum auszustellen, sei zu erwägen. Eine Zerstörung lehnt sie ab: „Die schmerzhaften Spuren der NS-Vergangenheit und ihrer Verbrechen sollten nicht eliminiert werden.“