Privatsphäre effektiv schützen

Neubrücke. Die Debatte um die Vorratsdatenspeicherung macht es deutlich: Wir bewegen uns im Internet nicht anonym, sondern hinterlassen viele Daten, durch die man Rückschlüsse auf uns ziehen kann

Neubrücke. Die Debatte um die Vorratsdatenspeicherung macht es deutlich: Wir bewegen uns im Internet nicht anonym, sondern hinterlassen viele Daten, durch die man Rückschlüsse auf uns ziehen kann. "Die Währung im Internet sind Nutzerdaten" so drückte es Helmut Eiermann, Leiter des Bereichs Technisch-organisatorischer Datenschutz beim Landesbeauftragten für den Datenschutz Rheinland-Pfalz bei seinem Vortrag zum Thema Datenspuren im Internet aus. Mittlerweile gibt es mehr als 1,5 Milliarden Internetnutzer weltweit. Die große Mehrheit von ihnen nutzt natürlich die unzähligen Angebote der Anbieter. Als Paradebeispiel diente Eiermann das Unternehmen Google. Mit mehr als 80 Prozent aller weltweiten Suchanfragen ist das Unternehmen Marktführer unter den Internetsuchmaschinen mit einem Jahresumsatz in 2009 von 24 Milliarden US-Dollar. Aber womit verdient Google eigentlich sein Geld?Das Unternehmen erzielt seine Gewinne hauptsächlich durch nutzerzentrierte Werbung. Um diese Werbung an die Interessen der Nutzer anzupassen, sammeln Unternehmen wie Google fleißig Nutzerdaten, heißt es in dem Vortrag. Diese persönlichen Daten seien insbesondere für Werbe-Anbieter wie die Google-Tochter "DoubleClick" sehr interessant und auch sehr begehrt.

Nutzerprofile sind ein zweischneidiges Schwert: Man findet zwar schnell Informationen, die man benötigt, indem man Internetdienstleistern wie Amazon oder ebay seine Daten zugänglich macht, jedoch lasse sich daraus auch ein schockierend genaues Profil des Nutzers erstellen. Eiermann schilderte anhand von Beispielen die verschiedenen Techniken, um aus diesen vermeintlich anonymen Fußspuren wie IP-Adresse, Browsereinstellungen oder Cookies, die jeder Internet-Nutzer beim Surfen hinterlässt, Rückschlüsse auf persönliche Daten ermöglicht. Es handelt sich dabei nicht um illegale Datenbeschaffung wie bei Phishing, sondern um legale Praxis bei fast allen Internetdienstleistern. "Es geht dabei nicht um die Verbreitung von Paranoia oder Panik, sondern primär um Aufklärung" erklärte Helmut Eiermann. Durch einige einfache Tipps, die er am Ende seines Vortrages vorstellte, kann man seine Privatsphäre effektiv vor den sammelwütigen Konzernen schützen.

Der Vortrag wurde vom Institut für Softwaresysteme in Wirtschaft, Umwelt und Verwaltung (ISS) im Rahmen des "Kolloquiums der Wirtschaftsinformatik" organisiert. red