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Noch Zurückhaltung in Homburg

Homburg. Mit gewisser Zurückhaltung reagierte OB Rüdiger Schneidewind auf die Studie, die einer Reaktivierung der Bahnlinie Homburg-Zweibrücken wirtschaftlichen Nutzen attestiert. Erst müsse er das gesamte Gutachten lesen. thw

"Jetzt müssen politische Gespräch geführt werden - wenn das Gutachten dann in Gänze vorliegt." Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidwind reagierte gestern mit einer gewissen Zurückhaltung auf das Ergebnis einer Studie, die einer Reaktivierung der Bahnlinie Homburg-Zweibrücken einen volkswirtschaftlichen Nutzen zuspricht. Dies zumindest ist das Resultat einer Kosten-Nutzen-Rechnung des Projektes im Auftrag des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar. Woher Schneidewinds Zurückhaltung kam? Die Antwort des Homburger Oberbürgermeisters: "Es ist nahe liegend, dass ich mich erst dann im Detail zu den Plänen äußere, wenn ich das gesamte Gutachten gelesen habe." Und weiter: "Grundsätzlich und sofern das Gutachten stimmt, begrüßen wir die Entwicklung natürlich und werden uns auch dafür einsetzen."

Homburgs OB machte aber auch klar, dass die Stadt eigentlich "keine Aktien" bei der Reaktivierung der Bahnlinie habe, da die Finanzierung vom Saarland, Rheinland-Pfalz und dem Bund getragen werde. Genau darüber, und das machten Recherchen unsere Zeitung deutlich, herrscht derzeit aber noch nicht wirklich öffentlich Klarheit. Zwar besteht wohl grundsätzlich auf Basis des Gutachtens eine Fördermöglichkeit seitens des Bundes für das millionenschwere Projekt, doch hat eben der Bund die Untersuchungen noch nicht abgesegnet. Darauf hatte der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Roger Lewentz in unserer Ausgabe von gestern hingewiesen.

Im Gespräch mit unserer Zeitung gestern machte Homburgs Oberbürgermeister auch deutlich, dass Homburg zwar keinen direkten Einfluss auf den weiteren Entscheidungsprozess habe, man aber mit Blick auf die Busverbindung R7 zwischen Homburg und Zweibrücken durchaus Gesprächsbedarf bestehe. "Hier müssen wir die Auswirkungen einer reaktivierten Bahnlinie auf diese Strecke diskutieren."

In der Vergangenheit waren Befürworter und Gegner einer wiederbelebten Bahnverbindung zwischen Homburg und Zweibrücken immer wieder bei den zu erwartenden Kosten und dem tatsächlichen Nutzen der Strecke aneinander geraten. Eben die befindet sich zu 80 Prozent auf dem Gebiet des Saarlandes.

Trotzdem habe, so die Argumentationslinie der Gegner in der Vergangenheit, das Saarland und der Saarpfalz-Kreis im Speziellen eigentlich nur einen überschaubaren Nutzen aus einer reaktivierten Bahnverbindung zwischen Homburg und Zweibrücken . Befürworter hingegen sagen dem Homburger Hauptbahnhof eine Aufwertung voraus.

Am kommenden Dienstag, 24. März, wollen Vertreter beider Länder die folgende Schritte besprechen, das Saarland macht seine Entscheidung dabei abhängig von einer Förderung des Bundes und der Bewertung "weiterer Finanzierungsparameter", wie es hieß.