Nerd-Flohmarkt des Vereins Fit4Charitiy in Landsweiler-Reden

Flohmarkt vor der Fark : Comics, Steampunk und Bildröhren

Der erste Nerd-Flohmarkt des Vereins Fit4Charity in Landsweiler-Reden kam bei Händlern und Besuchern super an.

So ein ganz kleines bisschen hat man sich gewundert. Gewundert, dass man aus der Halle kommt und da gar keine Fark ist. Denn das Flair in der großen Werkhalle war schon ein bisschen so wie beim Fantasie- und Rollenspiel-Konvent, der Fark eben. Die findet allerdings erst vom 23. bis 25. August in diesem Jahr statt, dann wird es in der Halle wieder Steampunk-Angebote geben. Am Sonntag war das Angebot bunt gemischt. Der erste Nerd-Flohmarkt fand hier statt. Und wer das bunt gemischte Völkchen sah, darunter auch einige Gewandete aus den Bereichen Cosplay und Steampunk, und mit Händlern und Besuchern ins Gespräch kam, der merkte schnell: Da hat Organisatorin Jennifer Brill offenbar genau die richtige Idee gehabt. Da sind sich die Saarbrücker Michael Simon und Sonja Sula jedenfalls ganz sicher. „Das ist genau das Richtige zur Einstimmung auf die Fark“, ist Simon begeistert. Schon kurz vor zehn – um zehn war Öffnung für die Besucher – sind die beiden aufgeschlagen. „Damit wir noch die besten Schnäppchen kriegen“, sagt Simon lachend und präsentiert stolz die ersten Errungenschaften: ein klassisches Kartenspiel, mehrere Hörspiele und Filme.

Sonja Sula hat eine Steampunk-Blume am Mantel-Revers „Jetzt gibt es eine Stärkung, dann kommt Runde zwei“, macht sich Simon auf, ein Plätzchen an einer der Sitzgarnituren zu ergattern. Alles für den guten Zweck, denn Erlös aus Essen und Trinken geht ebenso wie die Standgebühren an den Verein Fit4Charity, da im speziellen an die kleine krebskranke Michelle und für die Kinderkrebshilfe. Für den guten Zweck, da hat beispielsweise Albert Holz gerne seine Basteleien zusammengesucht. Seit drei Jahren würdigt der Lebacher die Bildröhre. Sein „Loblied“ besteht aus zusammengebauten Maschinen, Edison-Punk (ganz im Steampunk-Stil, nur ohne Dampf) nennt er die einen, es gibt eine Zeitmaschine („weil ich als Kind nie eine Dampfmaschine bauen konnte“) und seine Interpretation der „Lügenpresse“ und der Pressezensur. Zu verkaufen ist nur ein Teil der Werke, an denen er acht bis 14 Tage arbeitet pro Stück. Das sind die DKE-Kleinempfänger in zwei Größen in Originalen aus dem Jahr 1938. Da kann er nämlich noch nachbauen. „Und kann ich da auch richtig fernsehen?“, fragt ein Besucher. „Klar, aber eben nur schwarz-weiß, sonst passt es nicht zur Zeit.“

In ganz andere Zeiten entführt der Stand von Fark-Fan Sven Recktenwald aus Frankenthal, den er zusammen mit Freundin Julia Rohner aus Heidelberg betreibt. Ein großer weißer Drache dominiert den Stand. „Das ist ein Kostüm, hatte ich aber nur einmal an“, erzählt Recktenwald der SZ. „Dieser Flohmarkt, das ist einfach perfekt“, sagt er, „auf einem normalen Flohmarkt wird man sowas niemals los. Hier weiß man das zu schätzen.“ Mit dem Erlös sind die beiden bereits am späten Vormittag „sehr zufrieden“. Seit halb acht am Morgen sind die beiden schon da und haben aufgebaut: verschiedene Kostüme, Figuren, Comics.

Fark-Fan Sven Recktenwald aus Frankenthal (hinter dem Drachen-Kostüm), hatte mit seiner Freundin einen Stand. Er findet den Flohmarkt super. Foto: Jörg Jacobi

Comics sind im Übrigen auf diesem Flohmarkt der Hit. Oder besser Mangas, die japanischen Comicbücher, die man von hinten liest. Viele Stände bieten die an, einer sogar Originale auf Japanisch. Da wird viel gestöbert, der Laden läuft. Auch Organisatorin Jennifer Brill, die mit Freunden selbst einen Stand betreibt, hat welche im Angebot. Außerdem Kostüme, Perücken, vor allem Cosplay-Artikel. Bereits um kurz nach zehn, freut sie sich im Gespräch mit der SZ, sei jede Menge los gewesen. Auch Dirk Boudier – man erinnert sich: einer der Väter der Fark und im Vorstand von Fit4Charity – hat „gestern nochmal gestöbert und einiges gefunden, was man hier anbieten kann“. Tochter Lilith steht hinterm Tisch und bringt Rollenspiel-Accessoires, Hörbücher und mehr an die Besucher. Die bewegen sich im Übrigen quer durch die Alterklassen und fast jeder hat irgendwo irgendwas gefunden. Der kleine Johann ist vertieft ins Spiel mit den frisch erworbenen Pokemon-Figuren Piccachu und Mauzi, die 26-jährige Frieda probiert grade ein Sailor-Moon-Kostüm an und auch Carl und Sina aus Elversberg sind fündig geworden: Ein Konsolenspiel durfte mit. Apropos Konsolen: Auch hier war das Angebot riesig. Vor allem Spiele quer durchs Konsolen-Angebot kamen an den Mann beziehungsweise die Frau. Wer noch konsolenfrei war, der konnte fündig werden. Beispielsweise bei Guiseppe („Vorname reicht“) aus Mainz. Bei Facebook hatte er vom Nerd-Flohmarkt gelesen und gleich mal ausgemistet. Er sammelt nämlich Konsolen, 85 hat er immer noch zu Hause. Bis zum frühen Abend war die Halle immer gut gefüllt, gab es bei jedem Rundgang Neues zu entdecken, wie den lebensgroßen Supermann oder die bewegliche große bunte Saxofon-blasende Plüschgans. Zwischendrin gab es noch eine Versteigerung und auch die Weck für die Würstchen waren mal aus und Nachschub musste beschafft werden. Zufrieden waren am Ende alle über diesen kleinen Vorgeschmack auf die große Fark im Sommer.

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