Nationalpark wird am Erbeskopf eröffnet

Die höchste Erhebung in Rheinland-Pfalz wird zum Schauplatz eines symbolträchtigen Großereignisses. Denn der offizielle Festakt für den Start des gemeinsamen Nationalparks mit Rheinland-Pfalz geht am Pfingstsamstag, 23. Mai, am Fuß des Erbeskopfs über die Bühne. Rheinland-Pfalz hat sich für das Hunsrückhaus als Ort der Eröffnungsfeier entschieden. Tags darauf ist auch im Raum Hermeskeil ein Nationalparkfest geplant.

Die rund 10 000 Hektar großen Waldflächen des künftigen Nationalparks Hunsrück-Hochwald liegen zwar zu fast 70 Prozent im Kreis Birkenfeld , aber offiziell eröffnet wird das Schutzgebiet nicht dort, sondern im Kreis Bernkastel-Wittlich. Genauer gesagt im Hunsrückhaus am Erbeskopf. Das steht inzwischen fest.

Von Rheinland-Pfalz wurde schon vor Monaten Pfingsten 2015 als Termin für die Nationalpark-Eröffnung genannt. Wo diese Feier stattfinden würde, war aber bislang offen. Diese Entscheidung wurde erst kürzlich am Rande der Unterzeichnung des Staatsvertrags zwischen Rheinland-Pfalz und dem Saarland bekannt. Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt das Mainzer Umweltministerium, dass der offizielle Festakt am Vormittag des 23. Mai (Pfingstsamstag) sein wird. Vor dem Hunsrückhaus wird ein großes Zelt aufgebaut. Denn allein bei der Auftaktfeier werden 1200 geladene Gäste erwartet.

Nach dem offiziellen Teil seien am Hunsrückhaus "über den ganzen Tag hinweg und abends" weitere Programmpunkte beim Fest für die Menschen der Region geplant, heißt es in Mainz. Rheinland-Pfalz macht bei der Organisation gemeinsame Sache mit Akteuren vor Ort - etwa den Tourist-Infos, aber auch dem Freundeskreis Nationalpark. "Nach einer ersten Ideensammlung und dem Entwurf einer Grobstruktur beginnt nun die eigentliche Detailarbeit", so Ministeriumssprecherin Stefanie Lotz.

Der Thalfanger VG-Chef Marc Hüllenkremer sagt unserer Zeitung, "dass die Planungen für das Fest am Hunsrückhaus schon angelaufen sind. Nähere Details sind aber noch nicht festgelegt. Es kommt noch viel Arbeit auf uns zu." Für die VG Thalfang sei es eine "besondere Ehre", dass dort die Eröffnungsfeier stattfindet. "Bei einer solchen Veranstaltung ist der Erwartungsdruck natürlich hoch. Wir wollen uns gut präsentieren. Mit einem Blumenstrauß ist das nicht getan", so Hüllenkremer.

Dass die Wahl auf das Hunsrückhaus fiel und damit auch seine Amtskollegen einverstanden seien, ist für den Thalfanger VG-Chef "durchaus erklärbar". Der Erbeskopf ist als höchster Berg von Rheinland-Pfalz auch überregional bekannt und der vielleicht markanteste Punkt im künftigen Nationalpark. "Auch alle anderen identifizieren sich mit dem Erbeskopf", sagt Hüllenkremer und verweist darauf, dass die Anrainer-VG schon lange als Lokale Aktionsgruppe (LAG) Erbeskopf zusammenarbeiten, um von Zuschüssen der EU zu profitieren.

Für das Ministerium war aber noch ein anderes Kriterium sehr wichtig: "Das Hunsrückhaus bietet die besten infrastrukturellen Voraussetzungen für eine solche Großveranstaltung", betont Lotz. Es gibt dort ausreichend Parkplätze, genug Platz für ein großes Zelt und Verpflegungsstände sowie Toilettenanlagen.

Nach der Eröffnungsfeier am 23. Mai sind am Pfingstsonntag (24. Mai) dezentrale Veranstaltungen in Form von Bürgerfesten geplant. "Diese richten die Menschen und Kommunen vor Ort aus, also nicht das Land", sagt Lotz. Mit Sicherheit steht fest, dass es Bürgerfeste an der Wildenburg (Kreis Birkenfeld ) und am Keltenpark in Otzenhausen (Saarland) geben wird.

Michael Hülpes, Bürgermeister der VG Hermeskeil , sagt: "Wir werden auch etwas machen. Über ein Programm wurde aber noch nicht näher gesprochen. Das ist noch völlig offen." Klar sei aber, dass dieses Fest im Bereich Neuhütten , Züsch, Damflos über die Bühne gehen wird.

Das sind die drei Orte in der VG, die direkt vom Nationalpark berührt werden.

Zum Thema:

HintergrundBis zur Eröffnung des Nationalparks ist es nur noch etwas mehr als ein halbes Jahr. Bisher ist aber immer noch nicht geklärt, von wo aus er verwaltet wird. Im Gesetzentwurf ist als Sitz des Nationalparkamts und damit der künftigen Dienststelle von über 50 Mitarbeitern lediglich von der "VG Birkenfeld " die Rede. Im Landeskonzept wurde der Umwelt-Campus in Neubrücke als favorisierter Standort genannt. Ministeriumssprecherin Stefanie Lotz muss aber einräumen, "dass die Verhandlungen und Sichtungen von weiteren Lösungen noch nicht abgeschlossen sind". Nach Informationen unserer Zeitung gibt es am Umwelt-Campus offenbar Platzprobleme, um dort auch das Nationalparkamt unterzubringen. Laut Lotz verfolgt das Land daher "zunächst eine Übergangslösung in Birkenfeld , um dann eine optimale Entscheidung treffen zu können". Die Sondierungen geeigneter Standorte laufen zurzeit. Die Heinrich-Hertz-Kaserne in Birkenfeld , wo nur noch wenige Soldaten stationiert sind, sei eine "denkbare Lösung", heißt es in Mainz. ax