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Mordprozess um getötete Polizisten bei Kusel - Weitere Zeugen vor Gericht erwartet​

Vierter Prozesstag in Kaiserslautern : Mordprozess um getötete Polizisten bei Kusel: Weitere Zeugenaussagen vor Gericht erwartet

Am Dienstag hatte der mutmaßliche Schütze Andreas S. überraschend vor dem Gericht in Kaiserslautern ausgesagt. Was am heutigen, vierten Prozesstag vor Gericht erwartet wird.

Im Mordprozess um die tödlichen Schüsse auf zwei Polizisten nahe Kusel (Pfalz) setzt das Landgericht Kaiserslautern am Donnerstag (9.00 Uhr) die Beweisaufnahme fort. Erwartet werden unter anderem Ermittler, die nach der Festnahme der beiden Angeklagten an der Vernehmung teilgenommen hatten. Einer der Männer soll dabei konkrete Angaben zur Tatnacht gemacht haben. Geladen sind auch Beamte, die zu Spuren am Tatort aussagen sollen.

Die Staatsanwaltschaft wirft einem 39 Jahre alten Mann vor, Ende Januar eine 24 Jahre alte Polizeianwärterin und einen 29 Jahre alten Polizeikommissar bei einer nächtlichen Fahrzeugkontrolle mit Gewehrschüssen in den Kopf ermordet zu haben, um Jagdwilderei zu verdecken. Die Gewalttat sorgte bundesweit für Entsetzen. Einem 33 Jahre alten Komplizen wirft die Anklagebehörde versuchte Strafvereitelung vor. Er soll beim Spurenverwischen geholfen haben.

Der Hauptangeklagte weist die Vorwürfe zurück. Vor dem Landgericht Kaiserslautern sagte der 39-Jährige am Dienstag, er habe bei einer nächtlichen Fahrzeugkontrolle zwar mit einem Gewehr drei Schüsse auf einen Polizisten abgegeben - dieser habe aber zuerst geschossen.

„Das hat vor mir aufgeblitzt, das hat ins Fahrzeug eingeschlagen. Ich konnte die Situation gar nicht greifen“, sagte der Mann in seiner rund zwei Stunden langen Einlassung, gelegentlich von Schluchzen unterbrochen. Die Erklärung war nicht angekündigt worden und erfolgte überraschend inmitten der Zeugenvernehmung am dritten Verhandlungstag. Er habe sich dazu entschlossen, weil die Prozessführung fair sei, sagte der Hauptangeklagte.

Während er für sich eine Art Notwehrlage schilderte, gab er dem Nebenangeklagten - seinem Komplizen in der Tatnacht - die Schuld am Tod der Polizistin bei der Verkehrskontrolle. Der 33-Jährige habe die Frau erschossen. Richter Raphael Mall sagte nach der Einlassung: „Ich muss das noch kurz für mich sacken lassen.“ Die Ermittler gehen davon aus, dass Andreas S. der Haupttäter ist und die Polizeianwärterin und den Polizeikommissar alleine getötet hat.

(dpa)