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Landtag bremst fürs Erste S-Bahn nach Zweibrücken aus

Landtag bremst fürs Erste S-Bahn nach Zweibrücken aus

Die schwarz-rote Mehrheit im saarländischen Landtag hat am Mittwochabend einen Antrag der Oppositionsfraktionen zur raschen Verlängerung der S-Bahn-Strecke von Homburg nach Zweibrücken abgewiesen, bleibt aber gesprächsbereit.

Piraten, Grüne und Linke hatten beantragt, dass Saarbrücken vor dem Hintergrund des 2019 auslaufenden Bundesprogramms für Großprojekte bis spätestens 2016 eine Finanzierungsvereinbarung mit Mainz sowie den Zweckverbänden SPNV Rheinland-Pfalz Süd und Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) abschließt. Vor einem Monat hatte eine Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) im Auftrag des VRN der Reaktivierung der Bahnstrecke mit einem Umsteige-Bahnhof in Einöd einen volkswirtschaftlichen Nutzen und damit die Förderfähigkeit durch den Bund bescheinigt. Das Saarland hält die Reaktivierung frühestens 2022 für möglich und hat dies von einer Aufstockung der Regionalisierungsmittel durch den Bund abhängig gemacht. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger waren wie Elke Eder-Hippler (beide SPD ) mögliche Bundesgelder in Zukunft zu unsicher, um jetzt Entscheidungen zu treffen: "Ich werde mich nicht später dafür rechtfertigen, dass wir Strecken gebaut haben, die in erster Linie den rheinland-pfälzischen Freunden dienen", so Rehlinger. Über Finanzierungsrisiko und Kostenverteilung werde sie noch mit Mainz reden. Christian Gläser (CDU ) meinte, die NKU berücksichtige einseitig pfälzische Interessen. So sei die Biosphäre, vor allem Blieskastel, "unzureichend" eingebunden. Gäbe es eine Haltestelle bei Globus-Einöd/John-Deere, wäre das eher im saarländischen Sinne. Berufspendler habe man ebenso "sehr eingeschränkt betrachtet" wie Vorteile für Homburg. Eine Reaktivierung der Bahn bei gleichzeitigem Nichtbau einer Umgehung der B 423 wäre "nicht vermittelbar".