Landgericht Zweibrücken: Prozess um Massenkarambolage und illegales Autorennen

Kostenpflichtiger Inhalt: Angebliches Autorennen bei Contwig : Fuhren A 8-Unfallfahrer Rennen nicht miteinander, sondern allein?

Das Landgericht Zweibrücken kündigt eine Prüfung dieser Frage an. Aussagen am Dienstag wecken weitere Zweifel an Wettrennen. Urteil wohl nächste Woche.

Am fünften Verhandlungstag im Berufungsverfahren am Landgericht Zweibrücken um die laut Amtsgerichts-Urteil durch ein  Autorennen verursachte Massenakarambolage Pfingsten 2018 auf der A 8 bei Contwig gab es diesen Dienstag interessante Aussagen. Diese stellten die Glaubwürdigkeit einzelner Zeugenaussagen infrage.

Wurde in der vergangenen Woche noch eine Ortsbegehung in Zweibrücken-Ixheim am Etzelweg durchgeführt, wo eine Zeugin die beiden Sportwagen der Angeklagten von ihrem Gartengrundstück aus „vorbeirasen“ gesehen haben will, als sie nahe dem Etzelweg im Garten gestanden habe, machte nun der Nachbar seine Aussage über die auch nach seiner Aussage mit überhöhter Geschwindigkeit vorbei fahrenden Porsche Cayman und Mercedes C-Klasse AMG, die kurz darauf den Unfall auf der A8 verursacht haben. Allerdings gab dieser Zeuge bei der Frage, wo seine Nachbarin auf ihrem Grundstück gestanden habe an, er glaube, sie habe aus dem Fenster gesehen. Sollte dies stimmen, hätte sie deutlich schlechtere Sicht auf den Etzelweg gehabt.

Auch der Richter, der die Zeugen während des zurückliegenden Amtsgerichtsverfahrens befragt hatte, war am Dienstag als Zeuge vor s Landgericht geladen, um der vermeintlich widersprüchlichen Aussage einer Zeugin auf den Grund zu gehen, die im damaligen Prozess angab, sie habe den Fahrer des Porsche Cayman einige Tage vorher beim „Rasen“ gesehen. Bei der damaligen Frage, ob sie neben dem Auto auch den Fahrer selbst erkannt habe, gab sie an, nur das Fahrzeug, nicht aber den Fahrer erkannt zu haben. Bei der erneuten Befragung im Berufungsverfahren hingegen will sie den Fahrer erkannt haben und behauptete, sie hätte dies auch damals so angegeben. Der Richter brachte seine schriftlichen Aufzeichnungen mit und bemerkte zudem: „Ich meine auch, dass ich nochmal nachgefragt hätte“, insbesondere weil ihm bewusst gewesen sei, dass das Auto von mehreren Personen genutzt würde.

Der letzte Verhandlungstag ist für nächsten Dienstag, 12 Uhr, festgesetzt. Dann wird auch der Gutachter gehört. Der Richter wies außerdem darauf hin, dass für den Fall, dass die Kammer zu dem Ergebnis komme, dass die beiden Fahrzeuge nicht in einem Wettbewerb gegeneinander standen, geprüft werden, ob jeder für sich ein Einzelrennen gefahren sei.

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