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Laien rütteln am Eheverbot für Priester

Trier. Die katholischen Laien in Deutschland rütteln am Eheverbot für Priester - und im Saarland trifft die Forderung auf Unterstützung. Zumindest kommt Zustimmung aus den Laienvertretungen der Katholiken in den Bistümern Trier und Speyer, zu denen das Saarland zählt. Herta Brinkmann, Vize-Vorsitzende des Katholikenrats im Bistum Trier , hält die Zeit der Reform für gekommen. Eine Abschaffung des Zölibats - der verpflichtenden Ehelosigkeit für Priester - würde "am Glauben der Kirche nichts ändern", sagte Brinkmann der SZ. Dass viele Männer durch das Eheverbot vom Priesterberuf abgeschreckt würden, sei "traurig und schade". Und verständlich: Denn Einsamkeit sei "nicht die Natur des Menschen". Ihre Kollegin Luisa Fischer, Vorsitzende des Katholikenrats im Bistum Speyer, hält eine Strukturreform für "dringlichst geboten". Dennoch sollten die Lockerung des Zölibats wie auch die Einführung eines Frauendiakonats nicht als "schnelle Notlösungen" diskutiert werden. kes

Die katholischen Laien in Deutschland rütteln am Eheverbot für Priester - und im Saarland trifft die Forderung auf Unterstützung. Zumindest kommt Zustimmung aus den Laienvertretungen der Katholiken in den Bistümern Trier und Speyer, zu denen das Saarland zählt. Herta Brinkmann, Vize-Vorsitzende des Katholikenrats im Bistum Trier , hält die Zeit der Reform für gekommen. Eine Abschaffung des Zölibats - der verpflichtenden Ehelosigkeit für Priester - würde "am Glauben der Kirche nichts ändern", sagte Brinkmann der SZ. Dass viele Männer durch das Eheverbot vom Priesterberuf abgeschreckt würden, sei "traurig und schade". Und verständlich: Denn Einsamkeit sei "nicht die Natur des Menschen". Ihre Kollegin Luisa Fischer, Vorsitzende des Katholikenrats im Bistum Speyer, hält eine Strukturreform für "dringlichst geboten". Dennoch sollten die Lockerung des Zölibats wie auch die Einführung eines Frauendiakonats nicht als "schnelle Notlösungen" diskutiert werden.


Ihr Dachverband, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), hatte gestern die Reform des Zölibats gefordert, um dem Priestermangel entgegenzuwirken. Diesen spürt auch das Bistum Trier . 15 der 173 Pfarreiengemeinschaften sind laut eines Sprechers vakant - also schon ohne Priester. Noch habe man über 700 Priester (inklusive Ruheständler), aber der Nachwuchs tendiert gegen Null. Das Thema Zölibat wollte weder Trier noch das Bistum Speyer kommentieren. Aber auch die Diözese mit 281 Priestern in 70 Pfarreien, zu denen der Saarpfalz-Kreis zählt, sorgt sich um die Zukunft. "Wir werden mit immer weniger jungen Priestern rechnen müssen", sagte ein Sprecher.