Kirche will umfassende Reformen umsetzen

Lange haben die Geistlichen der Synode im Bistum Trier über Reformen der Kirche beraten. Morgen könnten sie endlich beschlossen werden. Unter anderem soll die Zahl der Pfarreien drastisch gesenkt werden. Auch Laien könnten künftig Gottesdienste leiten.

Knapp zweieinhalb Jahre lang hatte die Synode im Bistum Trier über die Zukunft der katholischen Ortskirche im 21. Jahrhundert beraten und Weichen für Reformen gestellt. Diese sollen morgen Abend bei der siebten und letzten Vollversammlung des 280-köpfigen Gremiums in Trier beschlossen werden. Dies teilte das Bistum Trier gestern mit. Zuvor hatten die Mitglieder der Synode das geschnürte Paket gestern Abend noch abschließend beraten.

Unter dem Titel "Umkehr wagen" sind Reformen auf verschiedenen Ebenen angedacht. So wolle sich das Bistum beispielsweise von kleinen Pfarreien verabschieden und auf Großpfarreien setzen. Die derzeit 900 kleinen Pfarreien beziehungsweise 173 Pfarreiengemeinschaften könnten auf rund 60 Großpfarreien reduziert werden. Die Kirche soll so an verschiedenen Orten mit unterschiedlichen Angeboten präsent sein. Ein Ort könnte so Pfarrort werden, der andere eine diakonische Anlaufstelle und der dritte könnte eine katholische Kita betreiben. Die Sonntagsgottesdienste sollen vielfältiger werden. Es soll in Zukunft auch von Laien geleitete Wort-Gottes-Feiern oder Tagzeitenliturgien geben. Das Bistum Trier will missionarische Zentren errichten. Im Fokus verschiedener Angebote steht dabei die Auseinandersetzung mit Glaubensfragen und Zweifeln. Künftig soll es auch ein Freiwilliges Missionarisches Jahr geben.

Auch die Struktur der Räte wird neu gestaltet. Insgesamt soll es weniger Räte geben, die besser aufeinander abgestimmt sind. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hatte zu Beginn der Synode im Dezember 2013 angekündigt, die Beschlüsse umzusetzen. Dazu sollen mehrere Arbeitsgruppen eingerichtet werden. Das Bistum Trier zählt rund 1,4 Millionen Katholiken in Rheinland-Pfalz und im Saarland.