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In Rheinland-Pfalz sollen die Unis Kaiserslautern und Koblenz-Landau umstrukturiert werden

Unis in Rheinland-Pfalz : Hochschulen stehen vor Reform

In Rheinland-Pfalz sollen die Unis Kaiserslautern und Koblenz-Landau umstrukturiert werden.

Hochschulstrukturreform – hinter diesem Wortungetüm verbirgt sich ein erbittert geführter Streit. Es ist ein zentrales Projekt des rheinland-pfälzischen Wissenschaftsministers Konrad Wolf (SPD). Dabei geht es vor allem um die Trennung der Unis Koblenz-Landau sowie das Zusammengehen des Landauer Standorts mit der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern. Der Gesetzentwurf soll demnächst dem Kabinett vorgelegt werden.

Die Plenumsdebatten werden aller Voraussicht nach sehr kontrovers. CDU-Landeschefin Julia Klöckner warf der rot-gelb-grünen Landesregierung schon vor einiger Zeit vor, die Hochschulen an der kurzen Leine zu halten und „keinen Plan“ zu haben. CDU-Fraktionschef Christian Baldauf sagte im Plenum, bei den von der Reform Betroffenen herrsche ein hohes Maß an Verunsicherung und wachsendes Misstrauen.Wolf hingegen spricht von einem „Meilenstein für die rheinland-pfälzische Hochschullandschaft“. Beide Unis hätten erklärt, dass sie den Prozess der Umstrukturierung nun mit hoher Dynamik vorantreiben wollten. Das Gesetz zur Reform werde den Hochschulen große Freiräume lassen und für Klarheit und Transparenz bei allen Beteiligten sorgen.

Bis 2023 soll Koblenz den Plänen zufolge eigenständig sein als Rechtsnachfolgerin des bisherigen Koblenzer und Landauer Konstrukts. Neu entstehen wird bis dahin eine Rheinland-Pfälzische Technische Universität mit den Standorten Kaiserslautern und Landau. Als Puffer ist für diesen Schritt zur Not eine Verlängerung um zwei Jahre angedacht – und zwar für den Fall, dass die Erarbeitung einer gemeinsamen Grundordnung für Kaiserslautern und Landau trotz aller Bemühungen doch mehr Zeit als angenommen benötigt.

Für die Präsidentin der Uni Koblenz-Landau, May-Britt Kallenrode, ist „eine bundesdurchschnittlich auskömmliche Ausstattung für eine mittelgroße Universität“ entscheidend für den Erfolg der Selbstständigkeit einer Universität Koblenz. Es gehe nicht „um einen trügerischen Kapazitätserhalt, sondern mindestens einen Stellenerhalt und bestenfalls eine Stellenerhöhung, um das Defizit der jetzigen Universität Koblenz-Landau nicht für eine Universität Koblenz fortzuschreiben“. In Sitzungen hätten sich Vertreter der Unis und des Ministeriums mittlerweile besser kennengelernt und verschiedene Sichtweisen, Bedarfe und Interessen artikuliert.