Bluttat von Kusel Welle der Solidarität: Hunderte Kondolenzschreiben nach tödlichen Schüssen auf Polizisten von Kusel

Kusel/Saarbrücken · Ob Kinderzeichnungen, berührende Botschaften von Bürgern oder ein Kondolenzschreiben eines Häftlings: Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten im Landkreis Kusel erfahren die Polizeibehörden in Rheinland-Pfalz eine Welle der Solidarität.

Hunderte Kondolenzschreiben nach tödlichen Schüssen auf Polizisten bei Kusel
Foto: dpa/Christian Charisius

„Aus Deutschland und der ganzen Welt erreichen uns Botschaften voller Mitgefühl und Anteilnahme“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Westpfalz am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Ob Kinderzeichnungen, berührende Botschaften von Bürgern oder sogar das Kondolenzschreiben eines Häftlings aus einem Gefängnis: „Allein bei der Polizei in Kusel unweit des Tatorts sind schon mehr als 1000 Briefe eingegangen“, schilderte der Sprecher. „Auch unsere Dienststelle haben weit mehr als 1000 E-Mails erreicht. Das ist absolut überwältigend. Wir konnten noch gar nicht alles lesen.“

Zwar höre man immer wieder von einer zunehmender Respektlosigkeit gegenüber Sicherheitskräften. „Aber in dieser schwierigen Zeit spüren wir den Rückhalt, den die Polizei in der Gesellschaft hat. Das tut gut.“ Aus den Zuschriften spreche auch viel Fassungslosigkeit und Entsetzen über die Tat. Neben den Briefen und E-Mails seien zudem auf den Social-Media-Kanälen der Polizei Rheinland-Pfalz mehr als 20 000 Beileidsbekundungen als Kommentare eingegangen.

Eine 24 Jahre alte Polizeianwärterin und ein 29 Jahre alter Polizeikommissar waren am Montag vergangener Woche während einer Fahrzeugkontrolle bei Kusel erschossen worden. Beide kamen aus dem Saarland. Noch am selben Tag wurden zwei Tatverdächtige in Sulzbach festgenommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 38-jährige Andreas S. und der 32-jährige Florian V. die Tat gemeinschaftlich begingen, um Jagdwilderei zu verdecken. Die beiden Opfer sollen in der kommenden Woche beigesetzt werden.