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Oberlandesgericht Koblenz
Gericht: Spaziergänger dürfen freilaufende Hunde abwehren

Das Urteil bezieht sich auf Fälle, bei denen sich ein fremder, nicht angeleinter Hund ohne Kontrolle seines Halters nähert.
Das Urteil bezieht sich auf Fälle, bei denen sich ein fremder, nicht angeleinter Hund ohne Kontrolle seines Halters nähert. FOTO: dpa / Karl-Josef Hildenbrand
Koblenz. Wenn sich ein fremder, nicht angeleinter Hund ohne Kontrolle seines Halters nähert, dürfen Spaziergänger effektive Abwehrmaßnahmen ergreifen. Das hat das Oberlandesgericht Koblenz (OLG) in einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss (Az.: 1 U 599/18) entschieden. Von dpa

Es bestätigte damit ein Urteil des Landgerichts Mainz. Eine OLG-Sprecherin sagte, der Beschluss sei nicht nur auf Rheinland-Pfalz bezogen, sondern gelte immer, wenn eine Gefahrenabwehrverordnung in Kraft sei.


Geklagt hatte ein Jogger, der mit seiner angeleinten Hündin im Wald unterwegs war. Als der Hund eines spazierenden Paars auf ihn zukam, forderte er es auf, den nicht angeleinten Hund zurückzurufen. Auf die Rufe reagierte der Hund aber nicht. Bei dem Versuch, das Tier mit einem Ast fernzuhalten, rutschte der Jogger aus. Er zog sich einen Riss der Kniesehne zu und musste operiert werden.

Aus Sicht des Spaziergängers wollte sein Hund aber nur die Hündin des Joggers umtänzeln und mit ihr spielen, war aber nicht aggressiv. Das Landgericht stellte fest, dass der Hundehalter haften muss. Dieser legte Berufung gegen das Urteil ein und wollte laut OLG nicht für die Schäden haften, weil der Jogger die Hündin nicht hätte abwehren müssen.



Das Oberlandesgericht Koblenz bestätigte das Mainzer Urteil. Der Hundehalter hafte in vollem Umfang für die Schäden des Klägers, weil er gegen die örtliche Gefahrenabwehrverordnung verstoßen habe, indem er seinen Hund im Wald außerhalb seiner eigenen Sichtweite laufen ließ, teilte das Gericht in seinem Beschluss vom 18. Oktober jetzt mit.

Nach der örtlichen Gefahrenabwehrverordnung müssen Hunde außerhalb bebauter Ortslagen umgehend und ohne Aufforderung angeleint werden, wenn sich andere Personen nähern oder sichtbar werden.