Fashion Outlet in Zweibrücken soll weiter wachsen

50 Millionen Euro Investition : Fashion Outlet in Zweibrücken soll weiter wachsen

40 bis 50 neue Shops sollen auf einer 11 000 Quadratmeter großen Fläche zusätzlich entstehen. Mittwoch Thema im Hauptausschuss.

Erst in der vergangenen Woche hatte sich der Zweibrücker SPD-Stadtrat Thorsten Gries beklagt, dass er als politischer Mandatsträger wichtige Informationen aus der Zeitung erfahren muss und jetzt passiert das dem Gros der Zweibrücker Lokalpolitiker wohl erneut. Letzte Woche ging es um die Filialschließungen der Sparkasse, aktuell ist es die Erweiterung des Outlet Centers, über die zuerst die „Rheinpfalz“ berichtet hatte. Deren Informationen wurden jetzt zwar nicht von Outlet-Betreiber Via Outlets, aber von Landrätin Susanne Ganster im Kreisausschuss inhaltlich bestätigt. Was ist geplant?

Das Outlet, das vergangenes Jahr rund vier Millionen Besucher hatte, soll in die einzige Richtung wachsen, in die ohne das Überbauen von Parkplätzen noch Luft ist: nach Süden. Das Areal zwischen dem Südende des Outlets und dem Multimedia Internet Park (MIP) ist weitgehend unbebaut und gehört seit einiger Zeit Via Outlets. Auf etwa 11 000 Quadratmetern sollen für insgesamt 50 Millionen Euro V-förmig 40 bis 50 neue Geschäfte entstehen. Das soll 350 weitere Arbeitsplätze schaffen. Die reine Verkaufsfläche soll um 8500 Quadratmeter auf dann 29 500 Quadratmeter wachsen. Auch einen neuen Eingang und neue Parkplätze soll es geben.

Wenn das Ganze denn genehmigt wird. Zunächst einmal werden sich damit die im Zweckverband Entwicklungsgebiet Flughafen (zef) organisierten Kommunen befassen. Der Hauptausschuss des Zweibrücker Stadtrates etwa hat das Thema nach Angaben von Stadtsprecher Heinz Braun bereits am Mittwoch auf dem nichtöffentlichen Teil seiner Tagesordnung. Die Verwaltung gehe „da offen in die Diskussion“, sagte Braun. In den fast 20 Jahren seit Abschluss des städtebaulichen Vertrages über die Begrenzung der Verkaufsfläche auf 21 000 Quadratmeter „hat sich die Welt des Einzelhandels verändert“. Zweibrücken hatte sich damals gegenüber Homburg und Neunkirchen  als Gegenleistung für die Rücknahme einer Klage verpflichtet, nicht mehr als 21 000 Quadratmeter Verkaufsfläche zu genehmigen und das auch im Bebauungsplan festgehalten. Diese Verpflichtung ist zwar 2009 ausgelaufen, im Bebauungsplan stehen die 21 000 Quadratmeter aber immer noch.

Um eine Genehmigung für die Erweiterung zu bekommen muss Via Outlets nicht nur die Zef-Kommunen auf seine Seite bringen, sondern bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt auch noch ein so genanntes Zielabweichungsverfahren erfolgreich überstehen.

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