Ein Sandstrand mitten im Wald

Kaiserslautern · Wasser zieht viele Menschen magisch an. Das lässt sich an Bächen, Flüssen, Teichen und Seen beobachten. Eine „Auszeit am Wasser“ kann dabei sehr unterschiedlich ausfallen. Die SZ stellt einige Gewässer und deren Reize vor. Zum Abschluss: der Gelterswoog bei Kaiserslautern.

 Ohne Schnickschnack und Rundum-Beschallung – Genau das macht den Aufenthalt im Naturschwimmbad Gelterswoog bei Kaiserslautern so besonders. Foto: Wulf Wein

Ohne Schnickschnack und Rundum-Beschallung – Genau das macht den Aufenthalt im Naturschwimmbad Gelterswoog bei Kaiserslautern so besonders. Foto: Wulf Wein

Foto: Wulf Wein

Im Stadtteil Hohenecken, dort wo Kaiserslautern wieder ländlich wird, befindet sich der von dichtem Wald umgebene Gelterswoog (im Mittelhochdeutschen war Woog ein Begriff für ein stehendes Gewässer). An ihm liegt das gleichnamige Strand- und Freizeitbad. Wer hierher kommt, der findet ein Schwimmbad aus der Zeit vor, als die heutigen Arten der "Bespaßung" noch nicht existieren. Es ist alles herrlich normal und ohne Mätzchen, was am Gelterswoog zu sehen ist und geboten wird. "Haben Sie das Eintrittsgeld passend?", fragt der Bademeister, den der Gast persönlich aufsuchen muss, um seinen Obolus zu entrichten. Es ist so gar nichts von Hektik, Rundum-Beschallung oder Kirmes-Atmosphäre zu spüren auf dem Gelände - und das macht den Aufenthalt sehr angenehm.

Gemütlich kann man in sauberen Umkleiden den Badedress anziehen, auf den Steinstufen am Ufer die Sonnenstrahlen genießen, am Sandstrand barfuß die Wassertemperatur testen (kürzlich noch 19,7 Grad Celsius), sich auf der Liegewiese ausstrecken, eine kleine Bootspartie machen oder im Biergarten einkehren. Wer das echte Freibad-Feeling erleben will, der isst eine Portion Pommes oder schleckt ein Eis. Wenn das Wetter mitspielt und es warm und trocken ist, dürfte der Wohlfühleffekt bei Groß und Klein so gut wie garantiert sein.

Wer eine ruhige "Auszeit am Wasser" nehmen will, für den ist dieser Platz geradezu wie gemacht, zumal die Wasserqualität nach amtlichen Messungen nichts zu wünschen übrig lässt. Dass unterschiedliche Gruppen friedlich ihren Interessen nachgehen, lässt sich daran ablesen, dass der Gelterswoog auch das Trainingsgewässer für Paddler und Kanuten ist. Das Wasser ist halt für viele Nutzer da, was das Ganze irgendwie noch familiärer macht.

Der Gelterswoog ist übrigens nicht der einzige Woog in Kaiserslautern . Einst diente ein ausgedehntes Woog-System der Fischwirtschaft und später der Verteidigung der Stadt. Im frühen Mittelalter wandelten die Bewohner Sümpfe, Moore und andere Feuchtgebiete mit Hilfe von Dämmen in Wooge um. In diesen Weihern und Tümpeln wurden zuerst Fische gezüchtet, danach wurden sie als als "Natur-Sperrwerk" für Verteidigungszwecke genutzt und schließlich betrieb man mit ihrem Wasser Mühlen.

44 Wooge soll es im heutigen Stadtgebiet einmal gegeben haben. Im 18. Jahrhundert wurden aber die meisten dieser Teiche beseitigt. Im Westen von Kaiserslautern sind der Vogelwoog und der Blechhammerweiher als wassertechnische Relikte aus der Vergangenheit geblieben. Ausflügler können diese Gewässer, die in einem Landschaftsschutzgebiet liegen, bei einem Spaziergang oder mit dem Fahrrad umrunden. Außerdem gibt es einen Barfuß- und einen Walderlebnispfad sowie einen großen Waldspielplatz. Und wie es sich gehört, liegt direkt am Vogelwoog ein kleines Lokal, von dessen "Seeterrasse" (so heißt die Gaststätte) aus man freie Sicht aufs Wasser hat.

gelterswoog.com

vogelwoog.de

badeseen.rlp

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Auf einen BlickDas Strand- und Freizeitbad Gelterswoog liegt an der Bundesstraße 270, die von Kaiserslautern weiter nach Pirmasens führt. Das Bad ist in den Sommermonaten montags von 12 bis 20 Uhr und dienstags bis sonntags von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene drei und für Kinder und Jugendliche 1,50 Euro, Kinder bis sechs Jahre sind frei. Vogelwoog und Blechhammerweiher erreicht man ab der Ausfahrt Kaiserslautern-West, wenn man am Opelkreisel links ins Gewerbegebiet West abbiegt und dann auf der Merkurstraße fährt, bis es wiederum nach links in die Vogelwoog-Straße abgeht. Über weitere Weiher und Wooge im Pfälzer Wald, die als Badegewässer genutzt werden, informiert das rheinland-pfälzische Umweltministerium in einem speziellen Internetportal. in

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