Ehe für alle: Viele gleichgeschlechtliche Paare lassen sich trauen

Mainz : Viele Paare nutzen Ehe für alle

Seit zwei Jahren gibt es das Gesetz. Auch in Rheinland-Pfalz haben Hunderte gleichgeschlechtliche Paare die Standesämter aufgesucht.

Seit zwei Jahren ist die Ehe für alle nun in Kraft. Seitdem haben sich auch in Rheinland-Pfalz hunderte homosexuelle Paare das Ja-Wort gegeben. Vorher durften gleichgeschlechtliche Paare lediglich eine eingetragene Lebenspartnerschaft schließen. Zusätzlich zu den Ehen, die zwischen dem 1. Oktober 2017 und dem 30. September 2019 nach dem neuen Gesetz geschlossen wurden, sind auch viele Lebenspartnerschaften in eine Ehe umgewandelt worden. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in mehreren Städten.

In Mainz waren knapp zehn Prozent aller Ehen, die seit dem 1. Oktober 2017 geschlossen wurden, Ehen gleichgeschlechtlicher Partner: nämlich 176 von insgesamt 1830, wie die Stadt mitteilte. Dass es 88 Frauen- und 88 Männerpaare waren, ist wohl eher ein kurioser, zufälliger Gleichklang. Von den 176 Ehen waren 119 Umwandlungen.

In Kaiserslautern wurden seit dem 1. Oktober 2017 insgesamt 739 Ehen geschlossen. Darunter waren der pfälzischen Kommune zufolge 43 gleichgeschlechtliche Eheschließungen – konkret: 26 männliche und 17 weibliche Paare. 20 der 43 gleichgeschlechtlichen Paare hatten zuvor eine Lebenspartnerschaft begründet, sie wandelten diese also um.

In Koblenz wurden zwischen dem 1. Oktober 2017 und dem 30. September 2019 insgesamt 1269 Ehen geschlossen. In dieser Zahl sind der Stadt zufolge 45 Fälle enthalten, in denen beide Partner männlich und 43 Fälle, in denen beide Partner weiblich waren. Das Standesamt der Rhein-Mosel-Stadt wandelte 57 Lebenspartnerschaften in eine Ehe um.

In Trier waren 105 von insgesamt 1715 Ehen, die seit 2017 geschlossen wurden, Ehen gleichgeschlechtlicher Partner. Eine genaue Aussage darüber, wie viele männliche und weibliche Paare sich konkret auf Umwandlung und Ehen verteilen, ist der Kommune zufolge nicht möglich. Von den 105 Ehen waren demnach 65 Umwandlungen.

Bundesweit liegt der Anteil gleichgeschlechtlicher Trauungen an allen Eheschließungen bei sieben Prozent für den Zeitraum seit der Einführung der Homo-Ehe, wie aus Daten des Statistischen Bundesamts hervorgeht. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte das „Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts“ am 20. Juli 2017 unterzeichnet. Rheinland-Pfalz hatte bereits 2013 mit anderen Ländern einen Gesetzentwurf zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in den Bundesrat eingebracht.

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