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Echternacherbrück: Kerosin läuft aus Pipeline wegen Unfall bei Wartungsarbeiten

Feuerwehren im Einsatz : 30 000 Liter Kerosin aus Nato-Pipeline in Echternacherbrück ausgelaufen – zwei Menschen leicht verletzt (Fotos)

Im Gewerbegebiet Echternacherbrück ist bei Wartungsarbeiten eine große Menge Kerosin aus einer Pipeline ausgetreten. Was bisher bekannt ist.

Bei Wartungsarbeiten des Betreibers, die im Zuge einer Tüv-Überprüfung am Mittwochnachmittag durchgeführt wurden, hat sich gegen 13.40 Uhr ein Verschluss an der Pipeline gelöst. Dadurch sind laut Kreisverwaltung Bitburg-Prüm etwa 30 000 Liter Kerosin in einer meterhohen Fontäne ausgetreten.

Zwei Wartungsmitarbeiter wurden leicht verletzt, einer am Auge. Sie wurden zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Das Leck wurde zunächst provisorisch von der Feuerwehr abgedichtet. Gegen 17 Uhr hat eine Spezialfirma die undichte Stelle dann komplett verschlossen. Es sei zu keiner Zeit weiteres Kerosin ausgetreten, sagt Christian Hammes, stellvertretender Wehrleiter der Feuerwehr VG Südeifel.

Für die Bevölkerung besteht keine Gefahr. Allerdings bittet die Polizei auf Twitter, den Bereich zu meiden. Die Pipeline gehört laut Kreisverwaltung zu einem europaweiten Verbund und dient der Kraftstoffversorgung mehrerer Nato-Flugplätze.

Feuerwehren aus dem Umkreis im Einsatz

Im Einsatz waren die Feuerwehren der VG Südeifel, der VG Trier-Land, Feuerwehrkräfte aus Luxemburg sowie das Deutsche Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk und der Katastrophenschutz des Eifelkreises Bitburg-Prüm. Auch die Untere Wasserbehörde der Kreisverwaltung war vor Ort.

Auswirkungen auf die Umwelt

Aktuell sei kein Kerosin in die Sauer gelaufen, sagt Hammes. „Wir haben dort Sicherungsmaßnahmen mit sogenannten Ölsperren gemacht, das heißt, falls Kerosin in das Gewässer eintritt, wird es nur bis zu einem bestimmten Bereich fließen und dort abgefangen.“

Lediglich das Erdreich rund um die Pumpstation der Nato-Pipeline sei kontaminiert. „Dort klärt die Kreisverwaltung als zuständige Behörde beziehungsweise die Struktur- und Genehmigungsdirektion, inwieweit dort Erdreich abgetragen werden und was da noch passieren muss“, erklärt Hammes. Wie hoch der Schaden ist und wer das bezahlt, ist derzeit noch unklar.

Streit um Schadensersatz bei Vorfall in Lichtenborn

In Lichtenborn hat ein ähnlicher Vorfall im Jahr 2018 im Nachgang für mächtig Ärger gesorgt. Bei der Verlegung einer Windkrafttrasse hatten Bauarbeiter eine alte Nato-Pipeline etwas außerhalb des Ortsteils Stalbach beschädigt und damit eine Spritdusche verursacht, die sich über ein naheliegendes Feld und einen Radweg ergossen hatte. Für mehr als eine halbe Million Euro musste der Eifelkreis 2636 Erdreich abbaggern lassen.

Weil schnelles Handeln gefordert war, erklärte sich die Kommune seinerzeit bereit, die Sanierung zu übernehmen und sich die Ausgaben später vom Schuldigen zurückzuholen, Geld gab es jedoch keins. Die Kommune kämpfte jahrelang um Schadensersatz – es war unklar, ob für den Umweltschäden eine konkrete Person verantwortlich gemacht werden konnte.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Nato-Pipeline bei Echternacherbrück Leck geschlagen