Die späte Heimkehr des Stadtpatrons

Trier · Ein Relikt der Vergangenheit von Trier ist wieder aufgetaucht. Die Petrus-Skulptur, die nach dem Zweiten Weltkrieg verschwunden war, soll nun restauriert werden. Früher zierte sie das ehemalige Rathaus.

 Petrus wird in Trier willkommen geheißen (von links): Steinmetzmeister Henning Wirtz, der die Skulptur restaurieren wird, und Oberbürgermeister Wolfram Leibe nehmen den Stadtpatron in Empfang. Karl-Heinz Scheurer, Vorsitzender der Trier-Gesellschaft, und Elisabeth Dühr, Direktorin des Stadtmuseums Simeonstift, finanzieren die Arbeit des Steinmetzen. Foto: Stadtmuseum Simeonstift Trier

Petrus wird in Trier willkommen geheißen (von links): Steinmetzmeister Henning Wirtz, der die Skulptur restaurieren wird, und Oberbürgermeister Wolfram Leibe nehmen den Stadtpatron in Empfang. Karl-Heinz Scheurer, Vorsitzender der Trier-Gesellschaft, und Elisabeth Dühr, Direktorin des Stadtmuseums Simeonstift, finanzieren die Arbeit des Steinmetzen. Foto: Stadtmuseum Simeonstift Trier

Foto: Stadtmuseum Simeonstift Trier
 Die Skulptur des Petrus befand sich im Giebel des ehemaligen Rathauses, das am Kornmarkt stand. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Foto: Bildersammlung Ferdinand Laven/Stadtarchiv

Die Skulptur des Petrus befand sich im Giebel des ehemaligen Rathauses, das am Kornmarkt stand. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Foto: Bildersammlung Ferdinand Laven/Stadtarchiv

Foto: Bildersammlung Ferdinand Laven/Stadtarchiv

Es ist das Ende einer Odyssee: Mehr als 70 Jahre war eine Petrus-Skulptur des alten Rathauses am Kornmarkt verschollen - jetzt ist die Figur überraschend wieder aufgetaucht. Die Nachkommen eines Trierer Bildhauers in Frankreich haben die Skulptur der Stadt übergeben. Oberbürgermeister Wolfram Leibe nahm den Stadtpatron in Empfang.

"Wir sind froh, den Stadtpatron des alten Rathauses nach seiner jahrzehntelangen Reise wieder in Trier zu haben", erklärt Oberbürgermeister Wolfram Leibe. Mehr als sechzig Jahre gehörte die Sandstein-Figur zum Erscheinungsbild des alten Trierer Rathauses. Vom Giebel des historistischen Anbaus aus dem späten 19. Jahrhundert wachte der Stadtpatron über den Kornmarkt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Statue gemeinsam mit den Figuren des historischen Georgsbrunnens durch den Steinmetzbetrieb Martini eingelagert, um sie vor Kriegsschäden zu bewahren. Während der Brunnen nach Kriegsende wieder aufgebaut wurde, war das Rathaus zerstört und der angestammte Platz des Stadtpatrons damit nicht mehr vorhanden. Die Figur geriet in Vergessenheit - bis vor einigen Monaten eine französische Familie das Stadtmuseum Simeonstift kontaktierte und die Geschichte aufklären konnte.

Der Trierer Steinmetz, der während des Zweiten Weltkrieges für die Einlagerung der Skulptur verantwortlich war, behielt sie in den Wirren der Nachkriegszeit in seiner Obhut - vonseiten der Stadt sei nach der Zerstörung des alten Rathauses keine Rückgabe angefragt worden. Nach der Schließung des Steinmetzbetriebs transportiert sein Neffe, ebenfalls Steinmetz, die Figur nach Frankreich, wo er mittlerweile lebte. Zu der von ihm geplanten Restaurierung kam es allerdings nicht mehr. Die Witwe setzte sich nach dem Tod ihres Mannes mit der Stadt Trier in Verbindung, um die Petrus-Figur wieder an den Ort zu bringen, an den sie gehöre.

Ein ehrenvoller Platz ist schon auserkoren: Die lebensgroße Skulptur soll nach der Restaurierung im Rathaus am Augustinerhof aufgestellt werden. Finanziert wird die Restaurierung durch die Trier-Gesellschaft und das Stadtmuseum Simeonstift.

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