Die Musikerin Vera Klima singt in Wawern über Erwartungsdruck

Vera Klima tritt in Wawern auf : „Die Musik war mein Ventil für den Druck“

Vor ihrem Auftritt in der Synagoge Wawern spricht die Sängerin über Erwartungsdruck und Inspiration.

Sie beschäftigen sich in Ihrer Musik mit dem Thema „Erwartungsdruck“. Wie gehen Sie selbst damit um?

KLIMA Erwartungsdruck kann ja sowohl von außen als auch von innen kommen. Wie geht man damit um? Letztendlich unterschiedlich. Man kann sich einfach mal eine Pause gönnen und zurückziehen. Den Song „Play“, der ja von Erwartungsdruck handelt, habe ich einfach als Ventil geschrieben. Die Musik war mein Ventil für den Druck, um alles rauszulassen. Ansonsten wenn man sich selbst Erwartungsdruck macht, dann hilft es für mich immer, sich mal wieder zu besinnen und zwar auf das Positive. Auf das, was man alles geschafft hat, und nicht auf das, was man nicht schafft. Und sich ab und an zu sagen: „Hey, du machst das schon gut so!“

Sie sagen über sich selbst, dass Sie aus einer musikalischen Familie kommen. Wie hat Ihre Familie Sie in musikalischer Hinsicht beeinflusst?

KLIMA Also in musikalischer Hinsicht hat mich meine Familie sehr beeinflusst. Natürlich wird man durch die Musik, die die Eltern hören, geprägt. Und in meinem Fall war das eben die Musik der Sechziger und Siebziger und da liefen ganz viele große Songwriter wie Bob Dylan und Co. – das hat mich schon geprägt. Natürlich habe ich auch die Musik gehört, die Jugendliche in meinem Alter gehört haben, aber schon immer hat mir das Handgemachte, das Akustische besser gefallen. Das lag mir dann einfach mehr.

Sie sind bereits mit Andreas Bourani oder auch Max Mutzke auf Tour gewesen. Was haben Sie von diesen Größen lernen können?

KLIMA Man kann sich ein bisschen etwas abgucken. Zum Beispiel wie gehen solche Stars mit Lampenfieber um? Wie gestalten sie ihre Show, ihre Konzerte? Da kann man sich schon ein bisschen was abgucken, wenn man den Touralltag miterlebt. Und es war natürlich eine ganz tolle Erfahrung.

Sie haben zuletzt mit den bekannten Produzenten Patrick Salmy (unter anderem Adel Tawil) und Andreas Herbig (Udo Lindenberg) gearbeitet. Welche Eindrücke haben Sie dabei gewonnen?

KLIMA Ich habe bei dem Album mit ganz unterschiedlichen Produzenten gearbeitet. Und der Eindruck ist letztendlich, dass jeder natürlich seine eigene Handschrift hat und dass man dadurch auch mit unterschiedlichen Menschen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt. Das ist schön und abwechslungsreich.

Zum Abschluss ein Blick auf die Location. Das Konzert in Wawern findet in einer ehemaligen Synagoge statt. Haben Sie schon einmal an einem ähnlichen Ort gespielt?

KLIMA Ich habe schon in einer Kirche gespielt – in der Kulturkirche in Köln. In einer Synagoge hingegen noch nie. Das ist eine Premiere. Da freue ich mich auch schon sehr drauf!