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Die ersten zwei „Genusswirte“ kommen aus Kell am See

Die ersten zwei „Genusswirte“ kommen aus Kell am See

Im Umfeld des Fernwanderwegs Saar-Hunsrücks-Steig (SHS) gibt es Hunderte Gastronomen. Unter ihnen nehmen Michael Krämer aus Kell und Christoph Maßem aus Schillingen nun eine Sonderstellung ein. Denn die beiden sind die ersten „Genusswirte“ in der von Perl an der Mosel bis Boppard am Rhein reichenden Region. Die neue Auszeichnung wird von den touristischen Dachorganisationen im Hunsrück und im Nordsaarland verliehen.

Kein Zweifel: Der 2007 eröffnete SHS und die inzwischen 111 als Traumschleifen bekannte Rundkurse, die in seinem Umfeld entstanden sind, haben dem Wandertourismus im Hunsrück und im Nordsaarland einen kräftigen Schub nach vorne versetzt.

Es gibt aber nach wie vor Schwachpunkte: "Wir bekommen von Wanderern nach deren Touren oft die Rückmeldung, dass sie die schlechten Öffnungszeiten der Gasthäuser beklagen und sie dort häufig auch regionale Produkte vermissen", sagt Achim Laub, Chef des SHS-Projektbüros in Losheim. Um an der Beseitigung dieses Mankos zu arbeiten, haben sich die Tourismusorganisationen grenzübergreifend zur Einführung eines neuen Qualitätslabels entschlossen. Dabei übernehmen zwei Betriebe aus der Verbandsgemeinde Kell die "Vorreiterrolle", wie Laub betont.

Vorreiterrolle

Michael Krämer vom Keller Hotel-Restaurant "Zur Post" und Christoph Maßem vom gleichnamigen Gasthaus in Schillingen können beide ein neues Schild an ihrer Eingangstür anbringen. Sie sind die ersten "Genusswirte" in der Saar-Hunsrück-Region. Im November sollen weitere Restaurants im Kreis Merzig-Wadern diese Auszeichnung erhalten, sagt Peter Klein, Geschäftsführer der Saarschleifenland-Touristik, der Tourismusgesellschaft unseres Kreises. Im Dezember folgen laut Laub und Jörn Winkhaus, Chef der Hunsrück-Touristik, Häuser in den Kreisen Bernkastel-Wittlich, Rhein-Hunsrück und Birkenfeld. "Wir wollen daraus aber keine Massenveranstaltung machen", stellt Laub klar. Bis Ende 2015 werden 20 Gastronomen zu "Genusswirten" gekürt. Wer mit diesem Prädikat werben will, muss sich dazu verpflichten, dass sein Haus und die Küche an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen durchgehend für Wanderer geöffnet ist und auf der Speisekarte auch Gerichte mit regionalen Produkten stehen.

Zwei Kriterien sind entscheidend, um überhaupt "Genusswirt" werden zu können. Erstens: Der Betrieb muss nach den Kriterien des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands mindestens mit einem Stern zertifiziert sein und zudem das Siegel "Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland" tragen. Das trifft auf circa 130 Gastronomen im Umfeld des SHS zu. Zweitens muss der "Genusswirt" Mitglied einer Initiative sein, die regionale Produkte vermarktet und anbietet. Krämer und Maßem sind von Anfang an bei der seit drei Jahren bestehenden Initiative "Ebbes von Hei" dabei, die das Gebiet vom Nordsaarland bis Morbach abdeckt. Weiter östlich müssen sich die künftigen "Genusswirte" in der Initiative "SooNahe" engagieren. Für den Keller Verbandsgemeinde-Bürgermeister Martin Alten ist es erfreulich, dass ausgerechnet zwei Gastronomen aus dem Raum Kell die ersten "Genusswirte" in der Region sind. "Die Auszeichnung ist eine schöne Weiterentwicklung zum erfolgreichen SHS-Projekt", sagt Alten.