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Die Beatles waren der Auslöser

Saarburg. Wolf Maahn tritt am morgigen Freitag, 20. März, 20.30 Uhr, mit seinem Album „Lieder Vom Rand Der Galaxis“ in der Synagoge Wawern auf. SZ-Mitarbeiter Philipp Anton hat sich mit dem Singer-Songwriter im Vorfeld der Veranstaltung unterhalten.

Inspiriert haben Sie nach eigenem Bekunden die Beatles. Wie haben Sie es mit elf Jahren auf eines ihrer Konzerte geschafft?

Wolf Maahn: Meine Mutter hat sich damals um 6 Uhr morgens angestellt, um für meine zwei Brüder und mich Karten zu kaufen. Mein älterer Bruder Hans war ein begeisterter Beatles-Fan, und auch für mich war das Ganze eine Initialzündung. Wir haben sofort eine eigene Band gegründet.

Wie sahen Ihre musikalischen Anfänge mit der Band aus?

Maahn: Natürlich haben wir die großen Hits versucht nachzuspielen. Bei unseren Auftritten legten wir eine wilde Bühnenshow hin. Wir nannten uns "Die X-Rays" und traten mit Röntgenbrillen auf. Damit jagten wir den Mädels immer einen gewaltigen Schock ein (lacht). Später sind wir mit der Familie von München nach Köln gezogen.

Wie ging es dort mit der Musik weiter?

Maahn: Klar, wir gründeten dort die Band "Gruppe Meier", die schnell einen Kult-Status im Bergischen Land erlangte. Manche Lieder von uns dauerten 25 Minuten lang, das waren unglaubliche Werke. Professionell wurde es aber erst, als wir die Food Band gründeten und von einer britischen Plattenfirma unter Vertrag genommen wurden.

War der Plattenvertrag eine Überraschung für Sie?

Maahn: Ja definitiv. Damals kam der Essex-Musikverlag auf uns zu. Da die Plattenfirma aus Großbritannien stammt, bat man uns dort die Veröffentlichung an. Das war eine große Sache für uns, schließlich waren dort einige große Künstler unter Vertrag. Aber der große Durchbruch war das für uns noch nicht. In Deutschland kamen wir erst ein Jahr später raus.

In dieser Zeit haben Sie fast ausschließlich in englischer Sprache gesungen und getextet. Wie kam es zu dem Sinneswandel, auf Deutsch umzuspringen?

Maahn: Irgendwann hat sich die Food Band aufgelöst. Meine Stücke wurden zunehmend von den Bandkollegen abgelehnt, und bei der Gelegenheit dachte ich mir, ich versuche es mal mit meinem eigenen Ding. Auch wenn ich mit dem Englischen stark verwurzelt war, wollte ich ausprobieren, ob die deutsche Sprache auch grooven kann.

So entstand Ihr erstes Solo-Album. War es für Sie ein Erfolg?

Maahn: Ja, das war es. Ich ging danach auf Deutschland-Tournee, wurde für den deutschen Schallplattenpreis nominiert. Das Ganze war, denke ich, auch von der Neuen Deutsche Welle getragen.

Über die Jahre standen Sie mit vielen Größen der Musikwelt auf der Bühne. Gab es ein ganz besonderes Highlight?

Maahn: (lacht) Ich schwanke zwischen Bob Dylan und Bob Marley . Ich sage jetzt mal Bob Marley ! Es war einfach eine Inspiration, den großen Meister auf der Bühne zu erleben. Er hat eine solche Aura, da geht das Publikum von selbst mit. Das hat mich sehr beeindruckt.

Haben Sie auch Konzerte im Ausland gegeben?

Maahn: Mit deutscher Musik ist das nicht ganz einfach umzusetzen (lacht). Deshalb habe ich mich auf die deutschsprachigen Länder beschränkt.

Neben der musikalischen Karriere waren Sie ab und an als Schauspieler im Fernsehen zu sehen. Wie kam es dazu?

Maahn: Zunächst einmal steht die Musik für mich im Mittelpunkt. Aber vor ein paar Jahren fragte RTL an, ob ich in einer Serie mitspielen möchte und ob sie ein paar meiner Songs verwenden können. Da deutscher Rock heute kaum noch eine Bühne im Fernsehen hat, machte ich da mit.

Ist bei den ganzen Konzerten, die Sie geben, überhaupt noch Zeit für die Familie?

Maahn: Meine Frau unterstützt mich sehr bei dem, was ich mache. Sie übernimmt viele Aufgaben, ist zum Beispiel meine Art Direktorin und Lichtdesignerin, aber hilft mir auch bei der PR. Aber natürlich habe ich einige schöne Phasen der Kindheit meines Sohnes verpasst, weil ich so viel mit der Musik beschäftigt war. Andererseits gab es auch Zeiten, wo ich viel Zeit für die Familie hatte.

In Wawern treten Sie mit ihrem aktuellen Album auf. Ist schon ein neues Werk in der Entstehung?

Maahn: Ja, an dem neuen Album arbeite ich derzeit sehr intensiv. Es wird dieses Jahr im Herbst veröffentlicht und damit werde ich dann wieder mit Band auf Tour gehen.

Wolf Maahn tritt am morgigen Freitag, 20. März, 20.30 Uhr, mit seinem Album "Lieder Vom Rand Der Galaxis" in der Synagoge Wawern auf. Karten im Vorverkauf für 25 Euro unter www.ticket-regional.de und unter Tel. (06 51) 9 79 07 77 sowie bei allen bekannten Vorverkaufsstellen.