Der Vatikan hat das Gesetz zur Synode ausgesetzt

Kostenpflichtiger Inhalt: Paukenschlag bei der Strukturreform: : Rom bremst den Trierer Bischof aus

Der Vatikan hat das Gesetz zur Synode ausgesetzt. Damit ist äußerst unwahrscheinlich, dass die geplante Strukturreform im Bistum wie vom Bischof geplant umgesetzt werden kann.

Hiobsbotschaft für Triers Bischof Stephan Ackermann: Die Kleruskongregation des Vatikans hat das Gesetz zur Synode ausgesetzt. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte am späten Donnerstagabend eine Sprecherin des Bischofs.

Das Gesetz sei zur Überprüfung ausgesetzt worden, hieß es. Damit gilt es als äußerst unsicher, ob die Strukturreform des Bistums wie geplant am 1. Januar umgesetzt werden kann. Wie mehrfach berichtet, sollen an diesem Tag die ersten 15 Großpfarreien an den Start gehen, die 20 weiteren sollen ein Jahr später folgen.

Gegen das Gesetz über die neuen Großpfarreien hatten unter anderem die bistumskritische Initiative Kirchengemeinde vor Ort und die Priestergemeinschaft Unio Apostolica Klage in Rom eingereicht. Initiativensprecher Harald Cronauer zeigte sich am Abend „sehr erfreut darüber, dass unsere Argumente in Rom auf fruchtbaren Boden gefallen sind“. Man hoffe nun auf eine Lösung, die alle Christen im Bistum mittragen könnten. Nach Ansicht Cronauers ist es ausgeschlossen, dass die Reform im Januar in Kraft treten kann. Die Sprecherin des Bischofs wollte sich zunächst nicht weiter zu der Entscheidung der Kleruskongregation äußern. Man habe erst am Abend davon erfahren und müsse das Schreiben nun zunächst prüfen.

Der Trierer Bischof hatte erst zu Beginn dieser Woche einen weiteren Schritt Richtung XXL-Pfarreien gemacht und die Dekrete zur Errichtung der neuen Pfarreien erlassen. In den Dekreten ist festgeschrieben, dass die bisherigen Kirchengemeinden im Bereich der künftigen XXL-Pfarreien zum 1. Januar aufgehoben werden. Zudem sind in den Dekreten der Name sowie der Pfarrort der neuen Großpfarrei festgelegt.

Schon vor über einem Monat hatte das Bistum die personelle Besetzung der ersten 15 Leitungsteams bekanntgegeben. Die künftigen Großpfarreien sollen nicht mehr nur von einem Pfarrer allein geführt werden, sondern von einem Team, bestehend aus drei Hauptamtlichen und zwei Ehrenamtlichen.

Die nach eigenen Angaben bislang von 309 Kirchengemeinden unterstützte Initiative Kirchengemeinde vor Ort hatte mehrfach eine Aussetzung der Reform gefordert und sich dabei auf das Ergebnis einer selbst in Auftrag gegebenen Umfrage berufen. Danach lehnt angeblich ein Großteil der Gläubigen im Bistum Trier die neuen Großpfarreien ab; viele drohten sogar mit einem Austritt aus der katholischen Kirche oder wollten ihr ehrenamtliches Engagement einstellen, sagen die Macher der Umfrage.

Das Bistum hatte die Studie als tendenziös und wenig aussagekräftig zurückgewiesen. Aber auch bei eigenen Anhörungen der Synodenverantwortlichen hatte es teils scharfe Kritik an den Plänen gegeben. Besonders groß war die Ablehnung unter den Priestern.

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