Der unbeschreibliche Sound des Big Apple

Einen bunten Stilmix aus New York spielen Wade Schuman und seine Band an diesem Samstag in der Saarburger Kulturgießerei.

Mit seiner Band Hazmat Modine tritt der New Yorker Musiker Wade Schuman an diesem Samstag, 17. Juni, 19.30 Uhr, in der Saarburger Kulturgießerei auf. Die Band spielt dort einen Mix aus Blues, Country, Jazz und vielen weiteren Richtungen. Mit der Saarbrücker Zeitung sprach Schuman über seine musikalischen Einflüsse und die Entwicklung der Band in ihrer fast 20-jährigen Geschichte.

Herr Schuman, mit Ihrer Band Hazmat Modine kombinieren Sie Stile aus vielen Jahrzehnten und Ländern. Wie würden Sie Ihren Musikstil beschreiben?

Wade Schuman: Das ist immer ein Problem. Es ist amerikanische Musik mit amerikanischen Wurzeln. Sie ist wirklich abwechslungsreich, weil wir eine Band aus New York sind: Alles vermischt sich mit Einflüssen aus vielen Ländern über viele Jahre, da die Menschen von überall her kommen. Sie hat Einflüsse aus Afrika, Europa und Asien. Sie ist nicht genrespezifisch, sondern steht für sich selbst. Wenn die Leute unsere Musik hören, verstehen sie sie, aber es ist unmöglich, sie zu beschreiben.

Wer in der Band entscheidet, welche Musik gespielt wird?

Schuman: Letztendlich ich, weil ich der Bandleader bin und die meiste Arbeit mache (lacht). Aber die Leute tragen Ideen bei. Im Moment wird die Mehrheit der Songs von mir und meinem musikalischen Partner Erik Della Penna geschrieben.

Während eines früheren Interviews haben Sie einmal gesagt, sie seien "eine Band aus ungewollten Instrumenten". Was genau meinten Sie damit?

Schuman: Dieses Zitat liegt schon ein paar Jahre zurück. iDas würde ich heute nicht mehr so sagen. Wir haben Instrumente, die nicht typischerweise in Bands vorkommen, die die Musik spielen, die wir spielen. Ich spiele zum Beispiel Mundharmonika, was kein extrem verbreitetes Instrument ist. Wir haben Instrumente, die normalerweise nicht zusammenwirken, die ungewöhnliche Kombinationen musikalischer Einflüsse spielen.

Was hat Sie dazu inspiriert, Mundharmonika zu spielen?

Schuman: Ich habe angefangen, als ich sehr jung war - und es ist schwer zu verstehen, was im Kopf eines Zehnjährigen vorgeht. Aber ich denke, jeder, der Mundharmonika spielt, verliebt sich in dieses Instrument, dieses mysteriöse kleine Ding, das so schöne Töne macht. Und man kann es überall hin mitnehmen - wenn man ein Kind ist, ist das ein großer Vorteil. Außerdem ist es billig.

Sie haben mit Hazmat Modine vor 20 Jahren angefangen. Wie hat sich die Band in dieser Zeit entwickelt?

Schuman: Die Band hat sich sehr entwickelt und verändert, ist aber gleichzeitig auch der Grundidee treu geblieben. Als ich mit der Band angefangen habe, wollte ich Musik spielen, die all das hat, was ich an Musik liebte: mit einem Gefühl für Offenheit und ein bisschen Blues. Über die Jahre ist die Band größer geworden. Wir waren anfangs nur zwei Mundharmonikas, Gitarre, Schlagzeug und Tuba. Jetzt spielen wir manchmal zu neunt. Die größte Änderung ist die Ergänzung von Hörnern - und Musik zu schreiben, die Hörner auf ungewöhnliche Art einbindet. Über die Jahre hat sich auch die Besetzung ein wenig geändert. Eine Konstante ist der Tubaspieler Joseph Daley, der seit Beginn in der Band ist.

Wie zufrieden sind Sie mit der aktuellen Besetzung der Band?

Schuman: Es ist die beste, die wir jemals hatten (lacht). Erik und ich sind ein sehr gutes Team, wenn es darum geht, Songs zu schreiben und zu spielen. Die meisten Bands halten sich gar nicht so viele Jahre. 20 Jahre für eine Band sind ungefähr 150 Menschenjahre. Dadurch haben wir viel Erfahrung darin, Dinge gemeinsam zu spielen, zu fühlen und zu entwickeln.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Schuman: Wir werden irgendwann ein neues Album aufnehmen, weil wir viel neues Material haben. In der Vergangenheit haben wir mit einer Band aus Afrika zusammengearbeitet, der Gangbé Brass Band, und ich hoffe, dass wir diese Zusammenarbeit weiterführen und irgendwann gemeinsam in Afrika aufnehmen. Wir arbeiten auch mit einer Gruppe aus Tuwa, dem Alash Ensemble, zusammen und ich hoffe, auch diese Zusammenarbeit fortzusetzen. Ich bin immer offen für verschiedene Arten von Musik. Ich weiß nie, wie sich die Dinge entwickeln und welche Art von Einflüssen die Band haben wird.

In Ihrer Band schreiben Sie die Songs, außerdem arbeiten Sie als Kunstdozent. Gibt es überhaupt Zeiten, in denen Sie mal nicht kreativ sind?

Schuman: (lacht) Jeder ist auf irgendeine Art kreativ. Kreativ zu sein bedeutet einfach, Risiken einzugehen und Dinge auszuprobieren, die man noch nicht gemacht hat. Also mache ich einfach gern Dinge und bin begeistert vom Leben.

Die Fragen stellte Barbara Scherer.

Karten für das Konzert sind an der Abendkasse erhältlich

Zum Thema:

Zur Person Wade Schuman wurde 1962 geboren und ist in Ann Arbor, Michigan, aufgewachsen. Mit zehn Jahren hat er angefangen, Mundharmonika zu spielen. Nach seinem Umzug nach New York gründete er 1998 die Band Hazmat Modine. Schuman arbeitet außerdem als Kunstdozent und Maler und wurde bereits mit zahlreichen Preisen für seine Malerei ausgezeichnet.