Der Luchs kommt in den Pfälzer Wald

Lange wurde über den Luchs diskutiert, nun ist seine Ankunft im Pfälzer Wald absehbar. Im Winter soll die größte Katze Europas dort ausgewildert werden. Mancher sieht das mit Skepsis.

Während Artenschützer noch auf die Ankunft des Wolfs hoffen, steht ein anderer Räuber schon direkt vor der Tür: Der Luchs - die größte Katze Europas - soll bald im Pfälzer Wald angesiedelt werden. Bis die ersten Tiere kommen, wird wohl kein Jahr mehr vergehen. "Der nächstmögliche Termin ist der Winter 2015/16", sagt der Geschäftsführer der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz, Jochen Krebühl. In den kommenden Jahren sollen 20 Tiere aus der Schweiz und der Slowakei ihre Tatzen auf Pfälzer Boden setzen. Nicht jeder freut sich darüber. "Wir Nutztierhalter sehen es mit gemischten Gefühlen", sagt der Vorsitzende des Landesverbandes der Schafhalter/Ziegenhalter und Züchter, Werner Neumann. Nach Möglichkeit sollen pro Jahr drei bis vier Tiere "Pfälzer" werden. Ist ein Luchs gefangen, kommt er in Quarantäne, damit er keine Krankheiten einschleppt. Dann wird ihm ein Chip verpasst sowie ein GPS-Halsband, mit dessen Hilfe sein Weg verfolgt werden kann. Der Luchs wandert viel, sein Lebensraum kann bis zu 400 Quadratkilometer groß sein. Erfahrungen zeigten zwar, dass er durch den Verkehr nicht mehr oder weniger gefährdet sei als andere Tiere, sagt Krebühl. Mit dem Projekt wolle man dazu beitragen, die Art zu erhalten, die der Mensch einst weithin ausgerottet habe, sagt Krebühl. Seit 2009 sei im Land keiner mehr gesehen worden. Holt sich der Luchs ein Herdentier, soll der Besitzer entschädigt werden. Land und EU unterstützen das auf sechs Jahre angelegte Projekt. Von den Kosten von 2,75 Millionen Euro trägt die EU die Hälfte, das Umweltministerium in Mainz etwa 400 000 Euro. Beteiligt sind auch der WWF und die Deutsche Wildtierstiftung.

Die Ansiedlung sei eine Bereicherung der Natur, die man nicht verhindern könne und wolle, sagt Neumann vom Verband der Schafhalter. Doch entstehe eine Gefahr für Nutztiere . Es müsse deshalb Präventionsmaßnahmen geben. Die größte Gefahr sehe er darin, dass eine vom Luchs aufgescheuchte Herde auf eine Straße laufe und einen Unfall verursache. Der Landesjagdverband ist für die Ansiedelung. Da der Luchs einen hohen Schutzstatus habe, werde der Wald mitgeschützt vor einer weiteren Zerschneidung der Lebensräume, so ein Sprecher.