Den geheimnisvollen Kelten auf der SpurAuf der Spur der Birkenfelder Kelten

Den geheimnisvollen Kelten auf der SpurAuf der Spur der Birkenfelder Kelten

Birkenfeld. "Gallia est omnis divisa in partes tres". Dieser Ausspruch Caesars ist jedem Lateinschüler hinlänglich bekannt. Auch die unbesiegbaren Gallier Asterix und Obelix sind jedem Schüler ein Begriff. Aber dass es sich bei diesen Galliern um Kelten handelt, die auch im Birkenfelder Gebiet siedelten, wissen die Wenigsten

Das Rüstzeug der Kelten.

Birkenfeld. "Gallia est omnis divisa in partes tres". Dieser Ausspruch Caesars ist jedem Lateinschüler hinlänglich bekannt. Auch die unbesiegbaren Gallier Asterix und Obelix sind jedem Schüler ein Begriff. Aber dass es sich bei diesen Galliern um Kelten handelt, die auch im Birkenfelder Gebiet siedelten, wissen die Wenigsten. Umso mehr ein Ansporn für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7d des Gymnasiums Birkenfeld, den geheimnisvollen Kelten auf die Spur zu kommen. Ein schwieriges Unterfangen, denn die Kelten hinterließen kaum schriftliche Zeugnisse. Wie so häufig, ist der Interessierte daher zunächst auf Schriften der Römer angewiesen. Schnell wurde den jungen Historikern aber bewusst, dass die Römer ihre eigene, "gefärbte" Sicht der Dinge hatten. Für sie waren die Kelten Barbaren, die gerne Trinkgelage abhielten und einem Kampf selten abgeneigt waren. Kulturelle Höchstleistungen, so die Römer, fand man bei ihnen nicht. Erkenntnisse, mit denen sich die Siebtklässler und ihr Geschichtslehrer Hans-Georg Heck nicht zufrieden gaben, sprechen doch viele keltische Zeugnisse der näheren Umgebung Birkenfelds eine andere Sprache. Doch wie an eine ausgewogenere Antwort gelangen? Hier konnte das Landesmuseum Birkenfeld weiter helfen, da es über eine der umfangreichsten archäologischen Sammlungen zur Geschichte der Kelten im Saar-Hunsrück-Raum verfügt. Hier konnten sich die Schüler ein differenzierteres Bild über die Welt der Kelten machen. Ob zur Technik des Häuserbaus, zur Gewinnung und Verarbeitung von Eisenerz, Begräbnissitten, Kunsthandwerk oder Religion der Kelten - kaum eine Frage blieb unbeantwortet. Verfestigt wurden die Informationen am Ende der Führung durch eine Keltenrallye, bei der die Schüler auf eigene Faust mittels eines Fragebogens die erst vor kurzem neu konzipierte Ausstellung erkunden mussten. Nach gut zwei Stunden war für die Junghistoriker das Eintauchen in die Zeit der Kelten vorbei. Was bleibt? So geheimnisvoll, wie man vorher vermutete, war die Welt der Kelten nicht. Den Schülern zeigte sich das Bild eines Volkes, das mitten in Europa lebte und ähnlich wie die Römer eine eigenständige Kultur hervorbrachte. Nach und nach verschmolz ihre Kultur mit der der Römer zur gallorömischen Kultur, deren Zeugnisse noch heute zum geistigen und materiellen Erbe Europas gehören. red

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