Das Saarland ist einen Schritt weiter

In einem halben Jahr soll der Nationalpark Hunsrück-Hochwald eröffnet werden. Davon soll auch die Region profitieren. Ein Starterteam soll sich jetzt um das Regionalmanagement kümmern.

Nun gibt es zwei Starterteams. Eines kümmert sich um den Nationalpark Hunsrück-Hochwald ganz allgemein, ein zweites um das Regionalmanagement in der Nationalpark-Region. Und dieses zweite Starterteam nimmt jetzt seine Arbeit auf. Grund genug für den Birkenfelder Landrat Matthias Schneider, noch einmal die Historie des Nationalparks , der an Pfingsten 2015 eröffnet werden soll, zu beleuchten. Bürgermeister, Landräte und Vertreter der Ministerien waren in die Kreisverwaltung nach Birkenfeld gekommen.

Die Regionalförderung sei ausdrücklich im Staatsvertrag, der am Samstag in Saarbrücken unterzeichnet wurde, festgehalten. Daher gelte es jetzt, Zuschüsse zu ergattern und gezielt Projekte zu fördern. Was genau das sein könnte, das sagte Schneider jedoch nicht. Werner Hauprich von der LAG Erbeskopf wurde da etwas konkreter. Er sprach von einer Streuobsteria in Mackenrodt , einem Köhlerdorf in Neuhütten und einer Markthalle für regionale Produkte in Veitsrodt . Außerdem sollten regionale Marken wie die Kulturlandschaftsinitiative St. Wendeler Land (Kulani) und "So Nahe" vernetzt werden.

Vernetzen - das ist auch das Wort, das der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald benutzte. In Birkenfeld war der saarländische Teil des Nationalparks kein Thema. Das begründete Recktenwald so: "Wir haben unterschiedliche Ausgangsbedingungen." Während der Landkreis St. Wendel mit der Kulani bereits seit Jahren EU-Fördermittel erhielt, seien diese im rheinland-pfälzischen Teil jetzt erst beantragt. Außerdem gebe es unterschiedliche Strukturen in beiden Ländern, was die Förderrichtlinien angeht. Jetzt müsse erst einmal der Kreis Birkenfeld das Regionalmanagement auf den Weg bringen - dann werde man beide Teile vernetzen. Ähnlich sieht das auch der Nohfelder Bürgermeister Andreas Veit . Für den Landkreis St. Wendel und die Nationalpark-Gemeinden Nohfelden und Nonnweiler gehe es jetzt darum, "an Fördermittel heranzukommen, an die wir ohne den Nationalpark nicht herankommen würden".

Mehrfach angeklungen ist bei der Veranstaltung, dass sich die Beteiligten eine engere Zusammenarbeit wünschen. Auch Uwe Weber, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Herrstein, spricht das an: "Viele haben sich gar nicht gekannt, obwohl sie Nachbarn sind." Dank des Nationalparks stelle sich die Region neu auf. "Deshalb müssen wir uns auch neu finden."

Meinung:

Zusammen und doch getrennt?

Von SZ-RedakteurinMelanie Mai

Es waren Sätze am Rande, die stutzig machen. "Für den saarländischen Teil kann ich nicht sprechen." "So ist das jedenfalls in Rheinland-Pfalz." "Im Saarland sind die Regelungen anders." Da sprechen die Verantwortlichen stolz vom grenzüberschreitenden Nationalpark. Und doch hat man als Beobachter den Eindruck, hier kocht unter einem großen Deckmantel jeder sein eigenes Süppchen. Der Nationalpark wird von den Regierungen beider Länder forciert. Da sollten die Rahmenbedingungen auch so geschaffen werden, dass beide Seiten wirklich zusammenarbeiten können.

Wenn man gleich von Anfang an an einem Projekt arbeitet, dann müssten am Ende nicht zwei Teile eines Parks vernetzt werden. Dann wächst auch, was bei der Sitzung gefordert, die Region schneller zusammen. Denn immer nur vom saarländischen oder vom rheinland-pfälzischen Teil zu sprechen, das ist kein guter Ausgangspunkt für einen grenzüberschreitenden Nationalpark.