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Das Landgericht Metz entscheidet über die Existenz des Zoos von Amnéville

Landgericht entscheidet über Existenz : Zukunft des Zoos Amnéville steht auf der Kippe

Wird der von Skandalen geschüttelte Zoo aufgelöst oder von einem Investor übernommen? Darüber muss das Landgericht in Metz entscheiden.

Wie geht es mit dem von Skandalen geschüttelten Zoo im lothringischen Amnéville weiter? Darüber wird voraussichtlich heute das Landgericht in Metz entscheiden. Wie der SR meldet, befasst sich das Gericht mit der Frage, ob der Zoo aufgelöst oder von einem Investor übernommen wird

Anfang Dezember hatte es schwere Vorwürfe gegen den Zoo gegeben. Eine Recherche des Radiosenders France Bleu brachte unhaltbare Zustände zum Vorschein.

Demnach sollen Mitarbeiter, deren Verhalten der Zooleitung nicht passte oder die von ihr verdächtigt worden sind, Sympathisanten von Tierschutzorganisationen zu sein, systematisch auf „schwarzen Listen“ gelandet sein. Außerdem habe es finanzielle Unregelmäßigkeiten gegeben. Zum Beispiel sei über Jahre ein Teil der Löhne bar bezahlt worden.

Auch für einige Tiere scheint das Zooleben in Amnéville ziemlich hart zu sein. So schildern ehemalige Pfleger, dass im Seehund-Becken so viel und so oft Chlor benutzt wurde, dass die Tiere Augenschmerzen davon bekamen. Weitere Vorwürfe reichen bis zu illegalen Tierbestattungen auf dem Zoogelände und der Zoo soll versucht haben den Kadaver des Eisbären Olaf auf einer Müllkippe zu entsorgen. Außerdem kritisieren die Mitarbeiter einen verantwortungslosen Umgang mit der umliegenden Natur. Im Wald rund um den Zoo sei regelmäßig Abwasser aus Tiergehegen entsorgt worden.

Zudem hat der Zoo Amnéville laut französischen Medien hohe Schulden – in Höhe von über 50 Millionen Euro. Der Park ist mit bis zu 500.000 Besuchern pro Jahr neben der Kathedrale von Metz die meistbesuchte Attraktion des Départements.