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Bürgermeister von Imsweiler hat die DB wegen ihrer Schranken angezeigt

Bürgermeister von Imsweiler hat die Deutsche Bahn angezeigt : Wegen defekter Schranken „flutscht“ es nicht

Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und mangelnde Absicherung: Die Vorwürfe von Bürgermeister Peter Ziepser aus Imsweiler (Donnersbergkreis) in Rheinland-Pfalz an die Deutsche Bahn sind heftig.

„Ich kann da nicht Ruhe bewahren und bloß abwarten. Ich bin da nicht entspannt“, sagte der gelernte Notfallsanitäter. Anlass für den Unmut sind Bahnschranken, die den Ort teilen und in den vergangenen Jahren wiederholt defekt waren. Mal waren sie offen, obwohl ein Zug kam, mal waren sie geschlossen und sorgten für Staus. Nun hat Ziepser Anzeige gegen die Bahn erstattet. „Sie liegt der Staatsanwaltschaft vor.“

Die Deutsche Bahn prüfe derzeit, ob der gesamte Austausch der Technik 1:1 zeitnah möglich sei, sagte ein Bahnsprecher. Die Erneuerung der restlichen Komponenten wäre dann zeitlich versetzt nachzuziehen. „Grundsätzlich gilt bei einer Störung der Bahnübergangstechnik ein vorgeschriebenes Verfahren: Der Lokführer erhält einen Befehl, der vorschreibt, vor dem gestörten Übergang zu halten und ein Signal zu geben. Danach überquert der Zug den Übergang ganz langsam.“

Bis zu 10 000 Fahrzeuge am Tag rollen Bürgermeister Ziepser zufolge auf der Bundesstraße 48 durch den Ort. „Das ist eine wichtige Verbindungsachse von Bad Kreuznach nach Kaiserslautern.“ Wiederholt seien die Schranken ausgefallen: „Mal war es ein Wasserschaden, dann ein Blitzeinschlag, mal war es extreme Kälte, dann extreme Hitze, dann gab es keine Ersatzteile.“

Zwar sei nie ein Unfall passiert, aber allzu technikgläubig sollte man nicht sein, warnte der Bürgermeister. „Die ,Titanic’ galt auch als unsinkbar.“ Bis eine Umgehungsstraße fertig gebaut sei, dauere es noch drei bis vier Jahre. Aktuell seien die Schranken in Ordnung. „Aber ich möchte das nicht allzu laut loben. Solche Phasen hatten wir immer wieder. Es war für zwei, drei Monate gut – und dann wieder nicht.“

Für die Region sei wichtig, „dass es flutscht“, sagte der Politiker der Wählergruppe Ziepser. „Wenn Lastwagen hier stundenlang warten, weil die Schranke defekt ist, ist das auch für die Wirtschaft ein Problem. Da hängt sehr viel dran.“ Auch die Sicherheit der Bürger sei dann nicht ausreichend. Seine Anzeige sieht Ziepser auch als demonstrativen Aufruf an die Deutsche Bahn. „Wir wollen einfach unterstreichen, dass wir hier eine dauerhafte Lösung brauchen.“