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NS-Geschichte: Bürgermeister tritt im Streit um Hitler-Glocke zurück

NS-Geschichte : Bürgermeister tritt im Streit um Hitler-Glocke zurück

Nach heftiger Kritik an seinen Äußerungen über die NS-Zeit im Zusammenhang mit einer sogenannten „Hitler-Glocke“ tritt der Bürgermeister von Herxheim am Berg zurück. Ein Interview Roland Beckers im ARD-Magazin „Kontraste“ zur Herxheimer Glocke mit Hakenkreuz-Relief habe den Ausschlag dafür gegeben, heißt es in einer gestern veröffentlichten Mitteilung von Becker (Freie Wähler). Die Glocke, die auch die Aufschrift „Alles fuer’s Vaterland – Adolf Hitler“ trägt, hängt seit 1934 im Turm der protestantischen Kirche, gehört aber der Zivilgemeinde.

Das Interview sei verkürzt wiedergegeben worden, zudem seien Sätze aus dem Zusammenhang gerissen worden, ließ Becker mitteilen. Die Aussage, dass damals nicht alles schlecht gewesen sei, sei nicht von ihm, er habe nur wiedergegeben, was eine 95 Jahre alte Frau ihm gesagt habe. „Ich fand diese Aussage beeindruckend, da ich die NS-Zeit nicht miterlebt habe.“ Falls er dadurch den Eindruck erweckt habe, dass er die NS-Zeit verherrliche, wolle er sich davon „aufs Äußerste distanzieren“.

Die Äußerungen Beckers in dem Magazin-Bericht hatten für heftigen Protest gesorgt. Darin hatte er gesagt, man sei stolz, eine Glocke mit dieser Inschrift zu haben, es sei die einzige in Rheinland-Pfalz. Ferner sagte er, mit Hitlers Namen würden „immer gleich die Judenverfolgung und die Kriegszeiten“ verbunden. Man solle aber umfangreich berichten – „dass man sagt, das waren die Gräueltaten und das waren auch Sachen, die er in die Wege geleitet hat und die wir heute noch benutzen“. Zudem hatte er befürwortet, dass auf einer möglichen Tafel zur Glocke stehen solle, es sei damals nicht alles schlecht gewesen.

Der Herxheimer Gemeinderat distanzierte sich von den Äußerungen und forderte den Rücktritt Beckers. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal prüft, ob der Anfangsverdacht einer strafbaren Handlung vorliegt.