Brand und Hakenkreuze in Haus mit Zuwanderern in Bingen

Bingen · Nach einem nächtlichen Feuer in einem Gasthaus in Bingen mit sechs Verletzten geht die Polizei von Brandstiftung aus. An und in dem Gebäude, in dem neben Saisonarbeitern aus Deutschland und Portugal auch 13 Flüchtlinge übernachten, wurden drei Hakenkreuze entdeckt.

 Ministerpräsidentin Malu Dreyer informierte sich am Brandort über die bisherigen Erkenntnisse. Foto: dpa

Ministerpräsidentin Malu Dreyer informierte sich am Brandort über die bisherigen Erkenntnisse. Foto: dpa

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Die Polizei prüft deshalb mit einer 44-köpfigen Sonderkommission einen fremdenfeindlichen Hintergrund, ermittelt aber in alle Richtungen. Zur genauen Brandursache machte sie gestern zunächst keine näheren Angaben. Nach ersten Ermittlungen war das Feuer im Keller aber vorsätzlich gelegt worden. Vier Bewohner und zwei Feuerwehrleute erlitten eine Rauchvergiftung.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD ) zeigte sich schockiert. "Natürlich können wir heute nicht absolut sagen, es ist tatsächlich eine rechtsmotivierte Straftat, aber es gibt viele Hinweise, die das befürchten lassen", sagte Dreyer. "Das ist nicht nur schockierend, das ist wirklich auch beschämend." Sie sprach von einer neuen Dimension und sagte: "Das wollen wir nicht in diesem Land."

Das Haus sei vorerst unbewohnbar, sagte eine Polizeisprecherin. Die Stadt Bingen richtete ein Zelt zur ersten Versorgung der Betroffenen ein, sie stellte außerdem eine Halle mit Schlafplätzen zur Verfügung. Die Asylbewerber sollen in zwei anderen Unterkünften in Bingen unterkommen.

Der Landrat von Mainz-Bingen, Claus Schick, zeigte sich schockiert über den "mutmaßlich rechtsradikalen Hintergrund". Es sei erbärmlich, wenn Menschen mit dem Tod bedroht würden, die in Deutschland Zuflucht vor Krieg und Vertreibung suchten.

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