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Amokprozess Trier: Zeugin erzählt vom Tod der 25-Jährigen Studentin

Prozess gegen 52-jährigen Angeklagten : Zeugin beschreibt Amokfahrt in Trier: „Die junge Frau flog wie eine Puppe durch die Luft“

Im Prozess um die Amokfahrt von Trier hat am Dienstag erstmals eine Ärztin ausgesagt, die am Tag des Gewaltverbrechens in der Fußgängerzone unterwegs war. Sie erzählt vom Tod einer 25-jährigen Jura-Studentin.

Nach eigenen Angaben habe die Zeugin plötzlich „unheimliches Geknalle und Leute schreien gehört“. Dann sah sie einen silbergrauen Geländewagen auf sich zukommen.

Was die Ärztin in der Trierer Fußgängerzone beobachtet hat

Das Fahrzeug habe einen Süßigkeitenstand gerammt, „dann sah ich, wie eine junge Frau wie eine Puppe durch die Luft flog“. Die Ärztin lief nach eigenen Angaben sofort hin, um Hilfe zu leisten. Aber sie habe rasch festgestellt, dass die junge Frau nicht mehr geatmet habe. „Ich konnte das kaum begreifen“, so die Medizinerin.

Bei der Toten handelte es sich um eine 25-jährige Jura-Studentin, deren Angehörige jetzt als Nebenkläger an dem Prozess teilnehmen. Auf Nachfrage der Nebenklagevertreterin Ruth Streit-Stifano sagte die Ärztin in der Verhandlung, die junge Frau sei nach ihrer Einschätzung von dem Amokfahrzeug völlig überrascht worden. „Sie hat das nicht mitbekommen, und sie hat auch nicht geschrien.“

Das sagt die Mutter der verstorbenen Studentin über ihre Tochter

Die junge Studentin war das fünfte Opfer, das bei dem Gewaltverbrechen am 1. Dezember vergangenen Jahres ums Leben kam. „Sie war gerade mit den schriftlichen Prüfungen fertig. Sie hatte so viel vor“, erzählt ihre Mutter ein halbes Jahr nach der Amokfahrt in einem Interview. Ihre Tochter sei sehr lebenslustig gewesen, habe viel gelacht. „Aber dann war sie einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.“

Amokfahrt hat bei Zeugin bleibende Schäden hinterlassen

Die Ärztin, die der jungen Frau damals nicht mehr helfen konnte, sagte, sie habe nach dem Gewaltverbrechen selbst eine ganze Zeitlang nicht mehr in die Fußgängerzone gehen können. „Ich hatte Angst, habe sie immer noch vor schnell rasenden Fahrzeugen.“

Ein paar Stunden zuvor sagte beim Prozesstermin am Dienstag der Notar als Zeuge aus, der laut Aussage des Angeklagten im Vorfeld der Tat eine halbe Million Euro für diesen aufbewahrt haben soll.