1. Saarland
  2. Blick zum Nachbarn
  3. Rheinland-Pfalz

Amokfahrt in Trier: So war das Gespräch des Angeklagten mit einem Notar

Nächster Verhandlungstag : Notar schildert Gespräch mit mutmaßlichem Trierer Amokfahrer: „Wir haben gar keinen Tresor“

Im Prozess um die Amokfahrt in Trier ist am Dienstag ein Notar im Landgericht aufgetreten - und hat von seinem Gespräch mit dem mutmaßlichen Amokfahrer am Vortag des Gewaltverbrechens erzählt.

Danach kam der 52-jährige Angeklagte unangemeldet in sein Büro und berichtete von angeblichen Versuchen mit radioaktiven Substanzen, die in der Kindheit mit ihm gemacht worden seien. Dafür habe er Schadenersatz bekommen, das Geld sei von anderen in Immobilien angelegt worden. Die mehreren Hunderttausend Euro würden ihm jetzt vorenthalten.

Nach den Schilderungen des Notars sagte der Angeklagte, dass er Urkunden über die Immobilienverkäufe benötige, um die Sache beweisen zu können. Nachdem der Notar ihm gesagt habe, wie er an die Urkunden kommen könne, sei der Tatverdächtige dann wieder gegangen. „Er stand zwar unter Strom und hat schnell geredet, aber war höflich und nicht aggressiv“, erinnerte sich der als Zeuge geladene Notar am Dienstag im Landgericht.

In der Vergangenheit hatten mehrere Zeugen unter Verweis auf den Angeklagten ausgesagt, dass der Notar angeblich das Geld des 52-Jährigen in einem Tresor aufbewahre. „Wir haben gar keinen Tresor und verwahren auch kein Geld“, sagte der Jurist.

Der Angeklagte habe auch weder Geld noch eine Urkunde von ihm gefordert, sondern sich nur erkundigt, wie er an eine solche Urkunde komme. Nach fünf Minuten sei das Gespräch am Tag vor der Amokfahrt beendet gewesen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, bei der Amokfahrt durch die Trierer Fußgängerzone fünf Menschen getötet und zahlreiche Passanten teils schwer verletzt zu haben. Der Tatverdächtige hat sich im Prozess bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.