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Mainz: AfD-Politiker Münzenmaier zu Bewährungsstrafe verurteilt

Mainz : AfD-Politiker Münzenmaier zu Bewährungsstrafe verurteilt

Wenige Tage vor dem Einzug in den Bundestag ist der rheinland-pfälzische AfD-Politiker Sebastian Münzenmaier zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Die Bewährungszeit setzte das Amtsgericht Mainz gestern auf drei Jahre an. Die Richterin sah es als erwiesen an, dass Münzenmaier sich der Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht hat. Der 28-Jährige erklärte, das Urteil sei eine „Unverschämtheit“.

Wenige Tage vor dem Einzug in den Bundestag ist der rheinland-pfälzische AfD-Politiker Sebastian Münzenmaier zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Die Bewährungszeit setzte das Amtsgericht Mainz gestern auf drei Jahre an. Die Richterin sah es als erwiesen an, dass Münzenmaier sich der Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht hat. Der 28-Jährige erklärte, das Urteil sei eine „Unverschämtheit“.

Münzenmaier hat nach Ansicht des Gerichts anderen Mitgliedern der Ultra- und Hooliganszene des 1. FC Kaiserslautern geholfen, vor fünf Jahren Fans des Fußballvereins Mainz 05 aufzulauern und sie zu verprügeln. Dabei soll er die Ortsunkundigen an einer Tankstelle abgeholt und zum Stadion gebracht haben. Dort sei die Attacke „mit Wissen und Wollen“ von Münzenmaier geschehen, sagte Richterin Anne Werner. Münzenmaier muss auch 10 000 Euro Strafe zahlen.

Die Staatsanwaltschaft Mainz hatte sich für acht Monate Haft auf Bewährung ausgesprochen. Der Verteidiger forderte einen Freispruch. Münzenmaier schwieg vor Gericht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Wird es das, hat es keine unmittelbaren Auswirkungen auf das Mandat des AfD-Politikers. Nur wer wegen eines Verbrechens verurteilt wird, verliert für fünf Jahre die Fähigkeit, öffentliche Ämter zu bekleiden. Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung hingegen ist ein Vergehen.

Das Urteil wäre aus Sicht der Richterin milder ausgefallen, wenn Münzenmaier vor Gericht ausgesagt hätte. Dem Gericht lagen aber Protokolle aus Whatsapp-Chats, SMS, E-Mails, Funkzellendaten und Fotos vor, die sowohl bei Münzenmaier als auch den Zeugen gefunden wurden. So telefonierte Münzenmaier am Tattag etwa mehrfach mit denjenigen der Gruppe, die den Mainzer Fans auflauerten. Münzenmaier habe aber nicht nachgewiesen werden können, dass er an der Schlägerei beteiligt war.