40 Öfen und der Werkstoff Eisen

„Ohne Eisen kein Leben“ ist der Titel einer Sonderausstellung im Reichenbacher Ofenmuseum. Zur Museumsnacht am Samstag, 10. Oktober, ist diese erstmalig der Öffentlichkeit zugänglich.

Mit einer Museumsnacht will das Ehepaar Lengler aus Gronig als Betreiber des Reichenbacher Ofenmuseums der Bevölkerung einen Blick in ihr Ofenmuseum gewähren. Am Samstag, 10. Oktober, werden von 18 Uhr bis Mitternacht die Pforten des Museums in der Ortsmitte geöffnet sein. So haben auch Gäste, denen eine Besichtigung zu den üblichen Öffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen nicht möglich war, nun die Gelegenheit zu einem Besuch.

Aber auch Gäste, die die Ausstellung mit etwa 40 antiken Öfen aus drei Jahrhunderten, die Ahnentafel der Familie Stumm sowie den riesigen Industriegemälden schon besucht haben, werden an der Museumsnacht auf ihre Kosten kommen: Nach der bei den Besuchern mit hohem Interesse wahrgenommenen Sonderausstellung zur Gerichtsbarkeit im Mittelalter und der 2015 sich angeschlossenen Steinzeit wird extra zur Museumsnacht eine neue Sonderausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt.

Unter dem Begriff "Ohne Eisen kein Leben" wird die Abhängigkeit zu dem Wertstoff Eisen dokumentiert. So werden zwei ganz seltene Truhen aufgebaut sein. Die kleinere Truhe wurde im 17. Jahrhundert gebaut, die Herkunft ist nicht bekannt. Die zweite Truhe ist schon von ihrem äußeren Anblick ein wahres Prachtexemplar. Die um 1600 gefertigte Truhe bringt drei Zentner auf die Waage und diente als Schatztruhe oder als Kriegskasse. Als Besonderheit ist das unverwüstliche Exemplar mit einer zwölffachen Verriegelung mit Kapselschloss und Scheinschloss ausgestattet. Auf der Vorderseite ist der heilige Georg, der zu Beginn der Christenverfolgung unter Diokletian (284 bis 305) als Drachentöter den Status eines Märtyrers erhielt, abgebildet. Die Wand ziert ein 2000 Jahre altes, germanisches Langschwert, das nach dem Krieg beim Sandabbau in Deutschland gefunden wurde. In vier Vitrinen sind weitere Gegenstände, die eine enge Verbindung zu Eisen aufzeigen, ausgestellt. So ein 250 Jahre alter Feuerschläger, der die Entstehung von Feuer dokumentiert oder eine Schusterkugel, die über eine Glaskugel mit Wasser gestülpt wurde um somit im durch Wasser gebrochenen Lichtstrahl arbeiten zu können. Letztlich sind auch Kanonenhohlkugeln ausgestellt.

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