40 Öfen aus drei Jahrhunderten

Reichenbach · Wenn andernorts die Öfen ausgehen, stehen die Öfen des Ofenmuseums in Reichenbach mit dem Verschwinden des Winters wieder im Blickpunkt. Betreiber-Ehepaar aus Gronig öffnet wieder regelmäßig.

 Auch Küchenherde wie diesen aus Mariahütte präsentieren die Museumsbetreiber Maria und Wolfgang Lengler. Foto: Gerhard Müller

Auch Küchenherde wie diesen aus Mariahütte präsentieren die Museumsbetreiber Maria und Wolfgang Lengler. Foto: Gerhard Müller

Foto: Gerhard Müller

Nach einer dreimonatigen Winterpause hat das Ofenmuseum in Reichenbach an allen Sonn- und Feiertagen wieder seine Türen geöffnet. An diesen Tagen kann das Museum in der Ortsmitte jeweils von 10 Uhr bis 17 Uhr besucht werden. Eintritt wird nicht erhoben. Die Ofen-Ausstellung selbst, die 40 Öfen aus drei Jahrhunderten und Industriegemälde umfasst, wurden in diesem Jahr durch drei weitere Exponate ergänzt. Ein Bügeleisenofen um 1870 mit einer Aufstellfläche für fünf Bügeleisen, unverzichtbares Utensil für den damaligen Beruf des Schneiders, wird die Ausstellung bereichern, ebenso wie ein Tiefbordherd mit Abstellfläche aus einer Eifeler Hütte, der ein Gewicht von rund vier Zentnern auf die Waage bringt.
Ofen von der Asbacher Hütte

Letztlich wird auch ein Säulenofen mit granulierter Säule von der Asbacher Hütte, der auch dort gegossen wurde, zu bewundern sein. Die Ahnentafel der Montanunternehmerfamilie Stumm, die zu den größten deutschen Industrieunternehmen zählt, sowie eine Porträtsammlung rund um den Räuberhauptmann Schinderhannes mit seinem Julchen zieren weitern die Wände des Museums. Nach den zusätzlichen Ausstellungen zur Gerichtsbarkeit im späten Mittelalter und der Steinzeit in den beiden vergangenen Jahren steht die diesjährige Sonderausstellung unter dem Thema "Ohne Eisen kein Leben". Mit dieser Ausstellung schließt sich der Kreis um dem Wertstoff Eisen. So dokumentieren die Industriegemälde die frühe Eisengewinnung in der Hütte Abentheuer und ganz speziell in Asbach. Die 1499 errichtete Abentheuerer Hütte gilt als der älteste nachweisbare Hochofenbetrieb im Hunsrück.

Die Ausstellungen zeigen, welche Bedeutung Eisen schon im frühen Mittelalter hatte. Als Beispiele aus den mehr als 40 Exponaten seien auf ein Steinschlossfeuerzeug um 1750 sowie eine 200 Jahre alte Laterne aus Eisenblech mit originalem Glas hingewiesen. Neben mehreren riesigen Schlössern ist ein Truhenschnappschloss aus dem 17 Jahrhundert ausgebaut. Zwei Truhen, die früher wohl als Schatztruhe dienten, eine original Streitaxt oder Kampfaxt um 1500, eine Dorfglocke, die aus einem der ehemaligen Orten des Truppenübungsplatzes stammt, zählen zu den großen Ausstellungsstücken.
Kanone samt Kugeln

So auch die gusseiserne Kanone inklusive Kugeln aus dem 16. und 17. Jahrhundert mit dickem plastischem Guss, die als Belegstück der frühen Gießkunst mit einem Zentner Gewicht dient.

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