| 20:53 Uhr

Weniger Einwohner in Frankreichs Osten
Einwohnerverlust: Die Region Grand Est schrumpft

Straßburg. Von Jahr zu Jahr leben immer weniger Menschen in der französischen Grenzregion Grand Est. Das bestätigt der jüngste Bericht des französischen Statistikamtes Insee. Von Hélène Maillasson
Hélène Maillasson

6700 Einwohner hat die Region zwischen 2015 und 2017 verloren, 3000 davon zwischen 2016 und 2017. Auf den ersten Blick nicht dramatisch für ein Gebiet, das immerhin insgesamt 5 554 100 Seelen zählt. Doch damit setzt sich ein hartnäckiger Trend fort. 1999 stellten die damaligen Regionen Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne, die nach der Gebietsreform zu einer Einheit fusioniert wurden, noch 9,2 Prozent der Gesamtbevölkerung Frankreichs. Heute sind es nur noch 8,6 Prozent.


Durch niedrige Geburtsraten gepaart mit stabilen – in manchen Teilregionen gar steigenden – Sterberaten rutscht die natürliche Bevölkerungsentwicklung immer mehr in den Keller. Im Durchschnitt bekommen die Frauen in der Region Grand Est 1,76 Kinder. Frankreichweit liegt die Zahl bei 1,89 Kindern. Während es im Elsass noch gut aussieht, ist die Situation vor allem im ehemaligen Lothringen kritisch. Die zwei Départements, die dort noch eine positive Geburt-Sterbe-Bilanz vorweisen können, Moselle (Metz) und Meurthe-et-Moselle (Nancy), verlieren dennoch an Einwohnern, die wegziehen. Noch düsterer sieht es in der Meuse und in den Vogesen aus. Sie verlieren Einwohner sowohl durch die natürliche Bevölkerungsentwicklung als auch durch die Abwanderung. Als einzige der zehn Départements im Grand Est konnte Aube (Troyes) zugezogene Bürger gewinnen. Das erklärt sich vor allem durch die räumliche Nähe zu Paris, die Pendler anzieht. Unter den 13 französischen Regionen hat Grand Est das niedrigste Bevölkerungswachstum.

Das Département Bas-Rhin um Straßburg bleibt der Hauptanziehungspunkt für die Region. Dort lebt jeder fünfte Bürger aus dem Grand Est. Am dünnsten besiedelt ist hingegen das Département Meuse (Bar-le-Duc), wo sich nur drei Prozent der Grand-Est-Bewohner aufhalten.