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Polizei schreitet bei Demo gegen Corona-Verbote in Koblenz ein

Mehrere hundert Teilnehmer : Demos gegen Corona-Beschränkungen - Polizei schreitet in Koblenz ein

Die Einschränkungen wegen der Corona-Krise treffen nicht überall auf Verständnis. In mehreren Städten protestierten Menschen gegen die Anordnungen des Staates. In einer Kommune sah sich die Polizei dazu veranlasst, zu zugreifen und Demonstranten abzuführen.

Trotz weiterer Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen hat es in rheinland-pfälzischen Städten am Samstag Demonstrationen gegen die Vorgaben von Bund und Ländern gegeben. Nach Polizei-Angaben nahmen daran mehrere hundert Menschen teil. Die Protestaktionen in Mainz, Koblenz, Trier und Kaiserslautern seien zunächst friedlich geblieben. Neben diesen Demonstrationen gab es in den Städten auch Versammlungen, bei denen es beispielsweise um das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren sowie um gesellschaftliche Probleme wie häusliche Gewalt ging.

In der Innenstadt von Mainz protestierten zwischen 130 und 150 Menschen friedlich gegen die Anti-Corona-Vorgaben, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Den Angaben eines Sprechers am Sonntag zufolge handelte es sich um eine Spontanversammlung. Da dem Versammlungsleiter die Auflagen für die Demonstration aber „zu strikt“ gewesen seien, hätte er kurze Zeit später auf die Demonstration verzichtet. Die Versammlung löste sich daraufhin laut Polizei auf. Gleichzeitig gab es nach Angaben des Polizeisprechers eine angemeldete Gegendemonstration mit etwa 15 Teilnehmern.

In Koblenz gab es zwei Demonstrationen, mit denen Menschen zunächst friedlich gegen die Einschränkungen protestierten. Die Anzahl der Teilnehmer war unklar, wie ein Sprecher der Polizei am Samstag sagte. Laut Filmaufnahmen des SWR wurden Teilnehmer der Demonstration unter lautstarken Protesten abgeführt. Ein Sprecher der Polizei sprach am Sonntag auf Nachfrage zunächst von einem „kleinen Zwischenfall“, nannte aber keine weiteren Details.

Die Polizei in Trier hatte am Samstag vor allem die Grenze nach Luxemburg im Blick. Hier hatten sich mehrere Gruppen mit insgesamt etwa 150 Menschen auf beiden Seiten des Grenzverlaufs versammelt. Wie ein Behördensprecher sagte, blieben die Versammlungen zunächst friedlich. Die Polizei in Kaiserslautern teilte mit, in der Stadt hätten etwa 50 Personen friedlich gegen Beschränkungen protestiert.

Insgesamt, so hieß es aus den rheinland-pfälzischen Präsidien, hätten sich die Demonstranten so gut wie möglich an geltende Vorgaben, wie etwa die Abstandsregeln, gehalten. Zuvor hatte die Landesregierung an die Menschen in Rheinland-Pfalz appelliert, die Corona-Beschränkungen einzuhalten.

(dpa)