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Mundart-Festival
Platt satt: 20. Saargemünder Mundart-Festival startet heute

Die Band „La Schlapp sauvage“ tritt im Rahmen des Mundartfestivals in Saargemünd auf.
Die Band „La Schlapp sauvage“ tritt im Rahmen des Mundartfestivals in Saargemünd auf. FOTO: Stadt Saargemünd / Hubert Guillaume
Saargemünd. Seit 20 Jahren feiert die Grenzstadt Saargemünd die Mundart. Damit das Festival „Mir redde platt“, das heute beginnt, auch in 20 Jahren immer noch stattfinden kann, gilt es aber auch die nächsten Generationen für die heimische Sprache zu begeistern. Von Hélène Maillasson
Hélène Maillasson

Deshalb wurde der Schwerpunkt der diesjährigen Ausgabe auf die Weitervermittlung gelegt. Dabei soll der Nachwuchs nicht nur als Besucher zu den Veranstaltungen kommen, sondern den Mundart-Monat mitgestalten.


Zum Beispiel mit der Foto-Ausstellung „Zwanzig Johr“, bei der rund 30 Gymnasiasten und Berufsschüler ihre Lieblingsworte auf Platt präsentieren. In Lothringen hatte es das Platt nicht immer leicht. Oft belächelt war es eine Zeit lang sogar im Schulhof verboten. Diese Erfahrung machte als Schüler der Saargemünder Bürgermeister Céleste Lett (LR), der sich seit Jahren als glühender Anhänger für die Regionalsprache einsetzt.

Ob Tanzabende, Comedy-Auftritte, Konzerte oder Theateraufführungen: Mehr als 20 Veranstaltungen rund um den regionalen Dialekt finden bis Ende April in Saargemünd statt. Einer der Höhepunkte dürfte die dreisprachige Aufführung (Französisch, Deutsch und Platt) des Dramas „Die Unterrichtsstunde“ von Eugène Ionesco werden. Die Inszenierung wurde eigens für das Festival „Mir redde platt“ erarbeitet und feiert im Casino des faïenceries Premiere. Anschließend wird das Stück an mehreren Schulen in der Region Grand Est gespielt. Durchaus weniger dramatisch geht es beim Auftritt des lothringisch-luxemburgischen Duos „La schlapp sauvage“ in der Brasserie Le Terminus zu. Hier trifft fränkischer Dialekt auf Folkmusik.

Wer als Zuschauer Lust auf mehr bekommen hat, kann im Rahmen des Festivals selbst zum Stift greifen und seiner Inspiration freien Lauf lassen – auf Platt, versteht sich. In der „Schriebsdubb“ von Marianne Haas-Heckel sind auch blutige Anfänger willkommen. Fortgeschrittene Mundartleser können bei einer kleinen Buchmesse in der Saargemünder Mediathek in alten und neuen Werken in Platt stöbern. Autoren aus der Großregion und sogar aus Brasilien haben sich angekündigt.

Wie in den vergangenen Jahren werden auch Veranstaltungen zusammen mit saarländischen Akteuren organisiert. Auf dem Programm stehen unter anderem eine Begegnung mit dem Dichter und Fotografen Patrick Feltes sowie ein Abend mit dem Liedermacher Wolfgang Winkler.



Das ganze Programm von „Mir redde Platt“ gibt es auf www.sarreguemines.fr.