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Philipp Asbach hilft bei Antrag für deutsch-französischen Bürgerfonds

Deutsch-französischer Bürgerfonds : Geld für Projekte in nur zehn Minuten beantragen

Mit dem deutsch-französischen Bürgerfonds werden grenzüberschreitende Aktionen gefördert – mit geringem bürokratischen Aufwand.

Wer sich mindestens einmal im Leben um Fördermittel für ein Projekt bemüht hat, dem raucht beim Wort „Antrag“ schon der Kopf. Sowohl auf europäischer Ebene als auch gezielt für deutsch-französische Projekte existieren bereits einige Programme. Doch manche sind mit einem enormen bürokratischen Aufwand verbunden, andere nur einer kleinen Zielgruppe zugänglich. „Trotz der vielen Fördermöglichkeiten gibt es immer noch Projekte, die in ihrem Ansatz förderwürdig wären, dennoch durch das Raster fallen“, sagt Philipp Asbach. Seit September arbeitet der Saarlouiser als regionaler Berater für den deutsch-französischen Bürgerfonds und steht den Menschen aus dem Saarland und der Nachbarregion Grand Est zur Seite, die eine Finanzspritze für ihr Projekt brauchen.

Entstanden ist dieser Fonds aus dem Aachener Vertrag, der 2019 von Frankreichs Präsident Macron und Kanzlerin Merkel unterschrieben wurde. „Die Idee dahinter, ist Mittel zur Verfügung zu stellen, die ohne großen bürokratischen Aufwand und restriktive Kriterien abgerufen werden können“, sagt Asbach. 2,4 Millionen Euro stehen jährlich für Projekte in Deutschland und Frankreich zur Verfügung. Inhaltlich sind die Projekte, die unterstützt werden können, weit gefasst. Es geht um Begegnungen zwischen der deutschen und der französischen Zivilgesellschaft. Wozu sich die Teilnehmer treffen ist relativ offen. Ob Musik, Kunst, Kultur, Sport, Umweltschutz: Hauptsache, die Menschen kommen zusammen. „Es kann zum Beispiel ein deutscher Sportverein sein, der einen Bus mietet, um zum Spiel von einem befreundeten französischen Verein zu fahren, die Gage von einem Künstler aus dem Nachbarland, der in einem Jugendzentrum auftritt, oder die Kosten für das gemeinsame Essen des Städtepartnerschafts-Kommitees, bei dem die Aktivitäten für die nächsten Monate besprochen werden“, gibt der Berater einige Beispiele. Es geht um die finanzielle Unterstützung einer bestimmten Veranstaltung oder Aktion, welche die Menschen zusammenbringt.

Doch in Zeiten von Corona kann auch diese einfache Voraussetzung zur Herausforderung werden. „Natürlich sind zurzeit solche Begegnungen erschwert. Die Veranstalter müssen auf die Infektionsdynamik kurzfristig reagieren können, doch oft gibt es Möglichkeiten, die Aktion trotzdem stattfinden zu lassen, zum Beispiel in dem man ein Konzert ins Internet verlegt“, sagt Asbach. Konkret geht die Antragstellung online relativ unkompliziert. „Man registriert sich mit einer Beschreibung des Projektes und einer Übersicht der Kosten. Das Ganze dauert knapp zehn Minuten“, erläutert er. Über die Anträge entscheiden Mitarbeiter des deutsch-französischen Bürgerfonds in Paris und Berlin. Nach spätestens drei Wochen können die Antragsteller mit einem Bescheid rechnen. „Das ist unter anderem der Anspruch an das Projekt: schnell, bürgernah und unkompliziert“, so der Berater. Unkompliziert heißt auch, das Projekt muss keine Mindestdauer haben und auch Kenntnisse in der Sprache des Partnerlandes sind für die Förderung keine Voraussetzung. Wer sich dennoch nicht sicher ist, ob sein Projekt förderfähig ist, kann sich kostenlos von Philipp Asbach, der auch als Referent beim Deutsch-Französischen Kulturrat arbeitet, beraten lassen. Seit September wurden bereits rund 70 Projekte aus der Region eingereicht. Asbach ist zuversichtlich, dass es in den nächsten Monaten noch mehr werden. „Es gibt im Saarland bereits eine sehr hohe Vereinsdichte und eine aktive Zivilgesellschaft. Genau an diese Gruppen richtet sich der deutsch-französische Bürgerfonds“, sagt er.

Kontakt und Informationen: Philipp Asbach, buergerfondscitoyen@dfkr.org, Tel. (06 81) 5 01 12 26.