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Oelsbergsteig wegen Felssturzgefahr gesperrt

Oelsbergsteig wegen Felssturzgefahr gesperrt

Ein besonders romantischer Klettersteig im Welterbe Oberes Mittelrheintal, der Oelsbergsteig schräg gegenüber der Loreley, ist wegen Felssturzgefahr gesperrt. „Es geht um Felsbrocken, die auch mal ein paar hundert Kilogramm schwer sein können“, sagt der Geologe Michael Rogall vom Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz.

Ein stabiler Fangzaun für grob geschätzt 50 000 Euro könnte hier im Rhein-Hunsrück-Kreis Abhilfe schaffen.

Noch fehlt eine Finanzierung. Der Bürgermeister des linksrheinischen Höhendorfs Urbar, Heinz Link (parteilos), sagt, neben staatlichen Zuschüssen sei an Crowdfunding mit dem Verkauf beispielsweise von Oelsbergsteig-Plaketten oder -Münzen gedacht. Sein 700-Seelen-Dorf, auf dessen Gemarkung die Felsen locker seien, habe zu wenig Geld. In diesem Jahr sei noch nicht an eine Wiedereröffnung des 1,3 Kilometer langen Oelsbergsteigs zwischen Urbar und Oberwesel zu denken.

Die Gefahrenstelle im Schiefergestein ist laut Link schon seit einem Jahrzehnt unter regelmäßiger Beobachtung. Eigens aufgesprühte Farbe habe im vergangenen feuchten Winter eine Verschiebung von 15 Zentimetern gezeigt. Aus Angst vor Felsstürzen auf Wanderer sei zunächst nur ein Teil des Oelsbergsteigs blockiert worden. Nach wiederholtem Vandalismus an Absperrungen und Beschilderungen sei inzwischen jedoch auch die Reststrecke nicht mehr begehbar. Nun ist für Wanderer eine Umleitung ausgeschildert.

Der steile Oelsbergsteig mit zwei Leitern, Seilsicherungen und Aussicht auf den Rhein und das vieltürmige Städtchen Oberwesel ist Teil des rund 200 Kilometer langen Rheinburgenweges von Bingen bis Remagen. „Wer den Oelsbergsteig erklimmt, erfährt, welche Strapazen die Winzerinnen und Winzer seit Jahrhunderten auf sich nehmen, um in diesen Steillagen Weinbau zu betreiben“, teilt die Stadtverwaltung Oberwesel mit.

Oelsbergsteig