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Musiker zum Mieten und bemalte Tüten: Künstler gegen Corona

Musiker zum Mieten und bemalte Tüten: Künstler gegen Corona

Ob Sängerin, Schauspieler oder Maler - sie alle leiden unter den Folgen der Corona-Pandemie. Einnahmen brechen weg, Engagements werden abgesagt. Mancherorts macht Not erfinderisch.

Kaum Auftrittsmöglichkeiten und Veranstaltungen nur mit Abstand: Künstler leiden mit am stärksten unter der Corona-Krise. Es gibt zwar mehrere Hilfsprogramme, so schüttet die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur über Projektstipendien 7,5 Millionen Euro aus. Aber es gibt auch immer wieder lokale Initiativen im Land.

Mit Minishows gegen die Pandemie: Unter dem Motto „Rent an Artist“ vermittelt zum Beispiel das Kulturbüro Ludwigshafen Künstler zu 15-minütigen Auftritten an soziale Einrichtungen oder Privatpersonen. „Nach dem coronabedingten Lockdown befanden sich auch die Ludwigshafener Kulturschaffenden in einer existenzbedrohlichen Situation und wandten sich an das Kulturbüro“, erzählt Projektleiterin Stefanie Bub. Die Kommune habe schnell reagiert.

„Wir haben ein mehrgleisiges und niederschwelliges Soforthilfeprogramm zur Abfederung der Notlagen entworfen. In diesem Kontext ist auch „Rent an Artist“ entstanden.“ Das Projekt ermöglicht Kurzauftritte vor Publikum - auch in Zeiten von weitestgehend heruntergefahrenem Veranstaltungsbetrieb. Die Idee komme gut an, sagt Bub. „Das Projekt fand sehr schnell großen Anklang bei Künstlerinnen und Künstlern sowie sozialen Einrichtungen und bei Privatpersonen.“

Und wie funktioniert das Ganze? „Wir vermitteln örtliche Künstler zu fairen Gagen an Interessierte. Mitarbeitende des Kulturbüros garantieren vor Ort einen reibungslosen Ablauf unter freiem Himmel. Die Veranstaltungen sind Soloprogramme und kommen weitgehend ohne technisches Equipment aus“, erzählte Bub. Bei Auftritten in sozialen Einrichtungen übernimmt das Kulturbüro noch bis September das Honorar. Private Minishows buchen und bezahlen die Auftraggeber.

Und was unternehmen Künstlerinnen und Künstler anderswo in Rheinland-Pfalz? Die in Mainz lebende Malerin Petra Ehrnsperger etwa gab den Anstoß zu einer Aktion für Kunstschaffende in Neu-Isenburg (Hessen). Besucher des dortigen Wochenmarkts konnten am Stand der Galerie Tiberius sogenannte Künstler-Tüten erwerben, die mit kleinen Originalkunstwerken geschmückt waren - samt einem Einkaufsgutschein.

Dabei verzichteten Geschäftsleute auf rund 25 Prozent zugunsten Künstler und Kunden. Mit dem Projekt sollte Geld in die durch Corona geleerten Kassen kommen - eine Hilfe zur Selbsthilfe in der Krise.

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