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Mehr als 5000 Corona-Tote in Grand Est/Frankreich

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Krise in der Großregion : Lage in Grenzregion Grand Est bleibt stabil

Die Zahl der Toten steigt auf 5094, doch in den Kliniken stehen die Zeichen weiter auf Entspannung.

() Mehr als 5000 Menschen sind in der Grenzregion Grand Est seit Anfang der Corona-Pandemie im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus gestorben. Laut der französischen Regierung verzeichnen die Kliniken in Grand Est 3335 Sterbefälle, in den Altenheimen ist die Zahl der Todesfälle auf 1759 gestiegen. Nichtsdestotrotz bewertet die regionale Gesundheitsbehörde ARS die Lage als stabil. Vor rund zwei Wochen wurde die frankreichweit geltende Ausgangssperre aufgehoben, auch wenn einige Beschränkungen noch bestehen. Seitdem steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder, bleibt aber laut ARS in einem geringen Bereich. In der Region wurden seitdem elf sogenannte „Cluster“ identifiziert, wo mehr als drei Menschen in einer gleichen Örtlichkeit positiv getestet wurden. Im Grenzdépartement Moselle sind zwei Pflegeheime, ein Kinderheim und die Gendarmerie in Saargemünd betroffen. Dort wurden nach Angaben der Behörde acht Mitarbeiter positiv getestet, die aber keine Symptome zeigen.

Am Höhepunkt der Pandemie in Grand Est waren die Kapazitäten in den Krankenhäusern dermaßen überlastet, dass Dutzende Covid-19-Patienten in andere französische Regionen und ins Ausland gebracht werden mussten. Auch das Saarland hatte mehrere Patienten aus der Grenzregion aufgenommen. Laut ARS konnten bisher rund 80 Prozent von ihnen zurück verlegt werden. 2586 Menschen werden in der Region noch wegen einer Covid-Erkrankung stationär behandelt, 218 von ihnen auf der Intensivstation. Im Département Moselle mit Grenze zum Saarland sind noch 504 Krankenhausbetten mit Covid-19-Patienten belegt, 57 von ihnen werden intensivmedizinisch behandelt.

Bestätigt sich diese Entspannung der Lage, steigt die Chance für die Region bald von „roter“ zur „grünen“ Zone zu wechseln. Neben der Anzahl an Neuinfektionen ist die Verfügbarkeit von Intensivbetten ein Kriterium für die Farbzonen. Erst wenn weniger als 60 Prozent der Intensivbetten einer Region (berechnet wird die Belastung an der Bettenzahl vor der Corona-Krise) mit Covid-Patienten belegt sind, kann eine Region auf „grün“ wechseln. In Grand Est gab es vor der Krise 471 Intensivbetten. Mit aktuell 218 Covid-Intensivpatienten liegt die Belegung der Stationen unter 50 Prozent.