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Mehr als 500 Corona-Tote in der Region Grand Est

Kostenpflichtiger Inhalt: Lage in Region Grand Est : 506 Tote und ein Wettlauf gegen die Zeit

In der Grenzregion Grand Est sterben immer mehr Menschen an Corona. Ein Arzt aus Nancy erwartet den Höhepunkt der Epidemie in den kommenden Tagen.

506 Menschen sind bisher in der Region Grand Est laut der letzten Bilanz der regionalen Gesundheitsbehörde ARS an dem Coronavirus gestorben. Eingerechnet sind Patienten, die vor ihrem Tod positiv getestet waren, und Menschen, von denen vermutet wird, dass ihr Tod in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion steht, die aber nicht getestet wurden. Während 774 Menschen das Krankenhaus bereits verlassen konnten, werden weitere 3068 weiterhin stationär behandelt, 651 unten ihnen auf der Intensivstation. Die Zahl dieser schweren Fälle ist im Vergleich zum Vortag um 56 Patienten gestiegen.

Währenddessen läuft die Evakuierung von Beatmungspatienten aus dem Grand Est auf Hochtouren. Christian Rabaud, Infektiologe im Krankenhaus in Nancy, sagte heute dem Radiosender France Bleu, der Höhepunkt der Corona-Epidemie in der Region werde für dieses Wochenende erwartet. Bis dahin sei das Ziel, soviele freie Beatmungsplätze in den Lothringer Krankenhäusern zu halten wie möglich. Das Krankenhaus in Nancy habe seine Kapazitäten bereits hochgefahren, doch 90 der zurzeit 110 zur Verfügung stehenden Betten seien belegt. „Wir haben noch die Möglichkeit weitere Betten zu schaffen, doch wir müssen überlegen, wie wir Patienten am besten in andere Regionen bringen“, so Rabaud im Radio. Bis dort der Höhepunkt der Epidemie erreicht werde, werden die meisten Patienten aus Grand Est über den Berg sein. Für ihn wird es aber in den nächsten Tagen nötig werden, den Sonderschnellzug, der heute erste Corona-Patienten aus dem Elsass Richtung Süden evakuiert, auch für Patienten aus Nancy und Metz einzusetzen.

Laut ARS fährt dieser Zug heute mit 20 Patienten los, die in Angers, Nantes, Le Mans und la Roche/Yon aufgenommen werden. „In jedem Wagen befinden sich vier Patienten und ein Medizinteam bestehend aus Ärzten, Krankenschwestern und Fachpflegern“, beschreibt die ARS. Auch die Nachbarländern nehmen weiterhin Beatmungspatienten aus der betroffenen Region auf. Seit dem Beginn der Verlegungen letzter Woche wurden 31 von ihnen nach Deutschland, Luxemburg und in die Schweiz gebracht. Das Saarland hat fünf Patienten aus dem lothringischen Krankenhaus in Metz aufgenommen.