Sucht Land fordert mehr Unterstützung für Kinder kranker Eltern

Mainz · Wenn die Eltern psychisch krank oder suchtkrank sind, müssen ihre Kinder oft Aufgaben Erwachsener übernehmen. Diese Jungen und Mädchen brauchen nach Ansicht der Landesregierung mehr Unterstützung.

Rheinland-Pfalz macht sich zusammen mit Mecklenburg-Vorpommern für die Unterstützung von Kindern psychisch kranker und suchtkranker Eltern stark. Die beiden Bundesländer brachten dazu für die Jugend- und Familienministerkonferenz an diesem Donnerstag und Freitag in Bremen einen gemeinsamen Antrag ein. Das teilte das Familienministerium in Mainz mit.

Bundesweit wächst demnach etwa jeder vierte junge Mensch mit einem psychisch oder suchtkranken Elternteil auf. Davon seien etwa 15 Prozent Säuglinge und Kleinkinder unter drei Jahren.

„Wir dürfen dabei auch nicht die Gruppe der pflegenden Kinder vergessen“, sagte Staatssekretär Janosch Littig in Vertretung von Familienministerin Katharina Binz (beide Grüne), die derzeit in Elternzeit ist. Pflegende Kinder sind Minderjährige, die kranken Familienmitgliedern über das normale Maß hinaus helfen oder diese pflegen.

„Wir brauchen kommunale Gesamtkonzepte zur Umsetzung und Finanzierung von Hilfesystemen und zwar über die Sozialgesetzbücher hinweg“, forderte Littig. Er erwarte, dass Bundesministerin Lisa Paus (auch Grüne) die Länder einlade und gemeinsam überlegt werde, wie das umgesetzt werden könne. Er forderte Paus zudem auf, eine bundesweite Studie über pflegende Kinder in Auftrag zu geben.

Rheinland-Pfalz habe vor wenigen Jahren sein Landeskinderschutzgesetz geändert und die Förderungen um jährlich 750 000 Euro aufgestockt, um Kinder mit psychisch und suchtkranken Eltern besser zu unterstützen. Das Geld werde jährlich an die Jugendämter gegeben, um Maßnahmen zu fördern oder Fortbildungen für Fachkräfte zu ermöglichen.

© dpa-infocom, dpa:240523-99-138129/2

(dpa)
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