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Krankenhaus überlastet: Corona-Patienten werden aus dem Elsass evakuiert

Kostenpflichtiger Inhalt: Krankenhäuser in Grand Est überlastet : Französische Armee evakuiert Corona-Patienten

Im Elsass werden die Intensivbetten und Beatmungsgeräte knapp. Mit einem Militärflugzeug werden die ersten Kranken aus Mülhausen nach Südfrankreich verlegt.

Im elsässischen Mülhausen sind die Kapazitäten auf der Intensivstation ausgeschöpft. Seit gestern werden die ersten Corona-Patienten deshalb in andere Kliniken verlegt. Die ersten neun waren gestern durch Hubschrauber nach Nancy und Straßburg ausgeflogen worden. Doch das reicht nicht aus. Denn auch in Straßburg werden Intensivbetten und Beatmungsgeräte knapp. Rund 60 Patienten müssen laut Krankenhausleitung zurzeit auf der Intensivstation betreut werden. Außerdem wurden rund 100 Mitarbeiter selbst positiv auf das Coronavirus getestet. Um dieser sehr angespannten Lage entgegenzuwirken, kommt jetzt Hilfe aus dem Rest der Republik. Zum ersten Mal wurde deshalb ein Militärflugzeug eingesetzt, um Kranken innerhalb Frankreich zu verlegen. Die sechs Corona-Patienten aus Mülhausen sollen nun in den Militärkrankenhäusern in Marseille und Toulon weiter behandelt werden. Dieses Flugzeug A330 ist eine Art „fliegendes Krankenhaus“. Es verfügt über Intensivbetten und Beatmungsmaterial, die Bedingungen sind ähnlich wie in den Kliniken. Letztens war es während des Kosovo-Konfliktes eingesetzt worden. Weitere Unterstürzung soll in den nächsten Tagen durch ein Feldkrankenhaus der Armee erfolgen, das in der Nähe des Mülhausener Krankenhauses errichtet wird. Dieses wird über 30 Betten verfügen. Diese Zahl kann aber aufgestockt werden, wenn die Situation noch kritischer wird.

Die Region Grand Est bleibt die am stärksten betroffen in Frankreich. 1820 Menschen sind laut der regionalen Gesundheitsbehörde ARS dort am Coronavirus erkrankt. Das Elsass mit seinen zwei Départements Haut-Rhin und Bas-Rhin verzeichnet alleine 1076 positive Fälle. In direkter Saarland-Nähe im Département Moselle sind 295 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. Bisher starben in der gesamten Region Grand Est 61 Menschen an den Folgen der Krankheit, zehn davon innerhalb der letzten 24 Stunden. „Diese Entwicklung zeigt, dass sich die Situation zuspitzt. Es ist mehr als notwendig so wenig wie möglich rauszugehen und sich strengstens an die Hygiene-Vorschriften strengstens zu halten“, warnte die ARS.