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Katholische Bischofskonferenz Missbrauchsopfer erwarten durch Bätzing keinen Kurswechsel

Katholische Kirche : Missbrauchsopfer ohne große Erwartungen an Bätzing

Die Wahl des ehemaligen Trierer Generalvikars Georg Bätzing ist überwiegend auf positive Resonanz gestoßen. Die Trierer Opferinitiative Missbit hätte sich dagegen einen anderen neuen Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewünscht.

Die Trierer Opferinitiative Missbit erwartet durch die Wahl von Georg Bätzing zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz bei der Missbrauchsaufklärung keine grundlegende Kursänderung der katholischen Kirche. Wie in Trier gebe es auch in Bätzings Bistum Limburg weiter keinen Betroffenenrat und kein umfassendes Aufarbeitungsprojekt, sagte Missbit-Sprecher Thomas Schnitzler volksfreund.de

Bätzings Wahl komme seinem Trierer Weggefährten und amtierenden Missbrauchsbeauftragten Stephan Ackermann gelegen, habe er doch von ihm ebenso wenig Kritik zu fürchten wie von seinem Vorgänger Reinhard Marx, meint Schnitzler. Nach Einschätzung des Missbit-Sprechers gibt „die unstrittige Negativbilanz der vergangenen zehn Jahre“ keine Veranlassung zu optimistischen Erwartungen. Dies wäre wohl anders, wenn die Bischöfe den in seinem Bistum als engagierter Aufklärer bekannten Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer zum neuen Vorsitzenden gewählt hätten.

Die deutschen Bischöfe haben den 58-jährigen Georg Bätzing am Dienstag zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Der gebürtige Westerwälder war vor seinem Wechsel nach Limburg Generalvikar in Trier.