Jugendherberge Trier : Auf römischen Spuren in Trier

Die Römerstadt-Jugendherberge in Trier wurde 2018 um einen Neubau erweitert – und ist nun die größte in der Region.

Den Blick der Mosel zugewandt liegt die größte Jugendherberge des Herbergsverbundes Rheinland-Pfalz und Saarland. „Mit 370 Betten und einer Jahresauslastung von 80 Prozent, was in etwa 70 000 Übernachtungen entspricht, ist die Trierer Herberge nicht nur die größte im Land, sondern auch noch eine der bundesweit beliebtesten“, erklärt Arthur Koenen, Betriebsleiter der Römerstadt-Jugendherberge.

Im April des vergangenen Jahres hat der Neubau eröffnet. Mit dem Neubau, der sich direkt am Haupthaus befindet, sind zusätzliche Zimmer hinzugekommen. Zudem wurde nach Worten des Betriebsleiters sehr viel für die Barrierefreiheit gemacht. So befinden sich etwa an den Treppengeländern Markierungen in Brailleschrift, die den blinden Besuchern anzeigen, auf welcher Etage sie sich befinden. „Unser Haus ist kein normaler Betrieb. Wir sind ein Inklusionsbetrieb mit 40 Prozent geistig und körperlich behinderten Menschen. Und es macht mich unheimlich stolz, dass diese Personalstruktur auf eine so große Akzeptanz, auch bei unseren Gästen, trifft“, sagt Koenen. Für dieses Engagement wurde die Jugendherberge bereits 2014 mit einem Besuch des damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck geehrt.

Das Leitthema der Jugendherberge ist die Römerstadt. An den Wänden des Restaurants, im Eingangsbereich sowie in den Konferenzräumen finden sich Bilder der alten römischen Bauwerke der Stadt Trier, wie etwa der Porta Nigra. Und auch das Programm für Schüler- und Jugendgruppen orientiert sich an der Geschichte der etwa 2000 Jahre alten Moselstadt. So können etwa Kinder in die Fußstapfen von Gladiatoren treten oder bei einer Führung von einem römischen Zenturio die Geheimnisse der Porta Nigra entdecken.

Aber nicht nur Schulgruppen kommen auf ihre Kosten. Für Familien bestehen diverse Möglichkeiten, etwa Geburtstage oder andere Feste zu feiern.

Gerade im Hinblick auf das 70-jährige Bestehen des Deutschen Jugendherbergswerks betont Koenen die großen Veränderungen. „In unserem Neubau gibt es an jedem Schlafplatz eine Ablage mit Steckdose, damit auch jeder sein Mobiltelefon aufladen kann“, sagt der Herbergsleiter. Im ganzen Haus gibt es kostenloses W-Lan für die Gäste. „Auch in den Toiletten und den Badezimmern hat sich einiges getan. So haben wir inzwischen, neben den normalen Waschbecken, niedriger gelegene Becken, damit auch die Kleinen sich nach dem Toilettengang die Hände waschen können“, sagt Koenen.

Arthur Koenen, Betriebsleiter der Römerstadt-Jugendherberge. Foto: Mauritius te Dorsthorst

Aber nicht nur im Hinblick auf Technik, Inneneinrichtung und Internet hat sich ein massiver Wandel vollzogen. Der Herbergsleiter erklärt, dass sich auch das Essensangebot sehr verändert hat. „Wir haben unser Angebot sehr stark erweitert. Neben vegetarischen und veganen Alternativen berücksichtigen wir heutzutage auch alle möglichen Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien. So bieten wir neben normalen Milchprodukten auch laktosefreie und vegane Produkte an. Ebenso wie glutenfreie Backwaren und Müsli“, führt Koenen aus.

Zudem gebe es noch weitere Verpflegungsangebote, die es in der Form früher nicht gegeben habe. „Wir haben inzwischen im Bistro eine Cocktail-Karte und an den Automaten kann man sich 24 Stunden am Tag Kaffee, einen Softdrink oder auch eine Kleinigkeit zu naschen besorgen“, sagt der Herbergsleiter.

Bei der Innenausstattung wird auf modernstes Design gesetzt. „Die alten Schlüssel wurden durch ein Key-Card-System ersetzt, was nicht nur die Türen öffnet, sondern auch für den Aufzug benötigt wird. Und in den Zimmern des Neubaus haben wir überall selbstschließende Schränke“, ergänzt Koenen. Und auch in den Tagungs- und Kongressräumen der Herberge findet sich mit den Beamern, der Beschallungsanlage und den Mikros neueste Technik.

„So viel bieten zu dürfen und auch so viel bieten zu können macht mich unglaublich stolz“, sagt der Herbergsleiter. Bis auf Übernachtungen können alle Angebote auch ohne Mitgliedschaft beim Deutschen Jugendherbergswerk gebucht werden.

Die Jugendherberge liegt direkt am Moselufer unweit eines Freibades und etwa 20 Minuten Fußweg von der Porta Nigra und der Innenstadt entfernt. Die Anreise erfolgt am besten mit dem Auto oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Vom Trierer Hauptbahnhof benötigt man zu Fuß etwa 25 Minuten; in der Nähe der Herberge befinden sich auch Bushaltestellen.

Für Fahrradfahrer hat die Jugendherberge einen eigenen Abstellraum. Außerdem verfügt sie über einen großen Spielplatz.

Die Buchungen von Familienfeiern, wie etwa Kindergeburtstagen sollten allerdings ein halbes Jahr vorher erfolgen, betont der Herbergsleiter. Ebenso verhält es sich bei Tagungen. Bei größeren Veranstaltungen muss mit einer Vorlaufzeit von bis zu einem Jahr gerechnet werden. Koenen betont: „Die Räume sind sehr begehrt und das Angebot wird von unterschiedlichen Firmen, aber auch von politischen Parteien gebucht.“