| 13:30 Uhr

„Ja zum Nürburgring“: EU-Gericht verkündet Urteil

 Deutsches Tourenwagen-Masters auf dem Nürburgring. Foto: Thomas Frey/Archivbild
Deutsches Tourenwagen-Masters auf dem Nürburgring. Foto: Thomas Frey/Archivbild
Nürburg/Luxemburg. Das EU-Gericht in Luxemburg verkündet nach Angaben des Vereins „Ja zum Nürburgring“ am 19. Juni sein Urteil zum Verkauf der legendären Rennstrecke vor fünf Jahren. „Ja zum Nürburgring“ und das US-Unternehmen Nexovation hatten geklagt. dpa

Eine Gerichtssprecherin teilte am Dienstag mit, sie könne zu Terminen in mehr als fünf Wochen noch nichts sagen. Der Sprecher von „Ja zum Nürburgring“, Dieter Weidenbrück, betonte dagegen: „Wir bekamen diese Nachricht vom Gericht.“ Zuvor hatte die „Rhein-Zeitung“ darüber berichtet.


Im Kern geht es um die Frage, ob die einst staatliche Rennstrecke in der Eifel zu billig und mit illegalen Beihilfen verkauft worden ist. „Ja zum Nürburgring“ und „Nexovation“ klagen gegen die Europäische Kommission. Diese hatte 2014 den Verkauf des bis dahin mit fast einer halben Milliarde Euro vom Land Rheinland-Pfalz subventionierten Nürburgrings an den Autozulieferer Capricorn für 77 Millionen Euro akzeptiert: Der Deal verstoße nicht gegen das Beihilferecht.

„Ja zum Nürburgring“ kritisiert jedoch, dass das Verkaufsverfahren intransparent, diskriminierend und unrechtmäßig gewesen sei. Der Verein unterlag seinerzeit als Kaufinteressent genauso wie Nexovation. Im Januar und April 2018 kam es jeweils zu mündlichen Verhandlungen vor dem Gericht der Europäischen Union. Capricorn-Chef Robertino Wild ist am Nürburgring längst nicht mehr beteiligt, seine Mehrheitsanteile hat eine Holding um den russischen Unternehmer Viktor Charitonin erworben.



Weidenbrück betonte, sein Verein wolle den Ring nach wie vor kaufen und denke an eine Stiftung. Die mit Steuergeld geförderte Rennstrecke sollte noch mehr der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, anstatt sich in den Händen eines gewinnorientierten Investors zu befinden.